Einer hat sich gemeldet ...

Sven Bock meistert trotz seiner Behinderung ein Studium – das geht aber nur mit täglicher Unterstützung. Archivfoto: bo

Wittingen/Lüneburg. Vor Jahresfrist hatte der Wittinger Sven Bock ein Problem: Zivildienstleistende taten ihren Job nur noch für sechs Monate. Nun steht der 22-Jährige, der an Cerebralparese leidet, wieder vor etwas, das neudeutsch gern beschönigend als „Herausforderung“ bezeichnet wird: Es gibt jetzt gar keine Zivis mehr.

Für Sven Bock war deren Engagement aber jahrelang unverzichtbar. Dank der Betreuung durch Zivildienstleistende konnte der junge Wittinger, der wegen seiner spatischen Lähmung nicht mit seinen Händen schreiben kann, erfolgreich sein Abitur machen. Das war 2009.

Letztes Jahr ging es für ihn dann zum Studium der Wirtschaftspsychologie nach Lüneburg – und da stand wegen der verkürzten Dienstzeit schon kein Zivi mehr zur Verfügung. Aufgrund eines Zeitungsartikels konnte aber jemand gefunden werden, der bereit war, Sven Bock beim Studium zu unterstützen. „Das war ein junger Mann aus Bremen, der keinen Studienplatz bekommen hatte“, berichtet Svens Mutter Heidelore. „Er war auch der einzige, der sich überhaupt gemeldet hat.“

Dieser junge Mann fängt nun aber selbst an, zu studieren – und so braucht Sven, der derzeit mitten in den Klausuren steckt, wieder jemanden, der beim Führen der Unterlagen hilft und die dafür nötigen Voraussetzungen (ganz wichtig: englische Sprachkenntnisse) mitbringt. Heidelore Bock hat sich schon damit abgefunden, dass sie künftig wohl mindestens jährlich nach einer neuen Lösung suchen muss.

Wer sich für die Aufgabe (die übrigens bezahlt wird) interessiert, meldet sich unter (05831) 7407 oder svebo@gmx.net.

Von Holger Boden

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