Eutzener Schützen feiern 150-jähriges Bestehen – und sind gut aufgestellt

Eine stolze Zahl

+
Halten stolz die Fahne hoch: Eutzens Schützen in ihrer aktuellen Formation.

Eutzen. Im Windschatten der 400-Jahr-Feier darf das vier Kilometer entfernte Eutzen nicht übersehen werden: Der Ort feiert dieses Jahr das 150-jährige Bestehen seines Schützenvereins.

Schön, dass er das tun kann, denn das war nicht immer selbstverständlich: Die Jubiläen 50 und 75 fielen in die Weltkriege – an ein fröhliches Fest war da nicht zu denken.

Die Schützenfestzeit in Eutzen ist traditionell an Himmelfahrt. Und in diesem Jahr trifft man sich am Vorabend – also am 24. Mai – um 18.30 Uhr zu einem Kommers im Festzelt. Um 18 Uhr beginnt der Empfang für die Gäste. Höhepunkt des Feiertages ist dann am Donnerstag um 17 Uhr die Proklamation des Eutzener Jubiläumskönigs.

Zur Gründung des Vereins im Jahr 1867 sind nicht mehr viele Informationen überliefert. In Unterlagen ist aber vermerkt, dass man sich wohl auch deshalb enger zusammenschloss, „um alles Preußische vom Dorfe fernzuhalten“. Das Königreich Hannover war erst kurz zuvor im preußischen Staat aufgegangen, und davon war man offenkundig wenig begeistert.

Schon ein halbes Jahrhundert her: Der Festumzug bei den Feiern zum 50-jährigen Bestehen. 

Bis 1956 wurden die Schützenfeste in erster Linie von den junge Leuten organisiert, wenn auch die älteren ebenfalls teilnahmen. Der Altersdurchschnitt im Ort war wohl gar nicht so schlecht, denn es gab mehr Junge, als man sich das heute vielleicht vorstellt: Jeder Hof hatte zwei bis drei weibliche und zwei bis drei männliche Arbeitskräfte.

Das Blatt wendete sich, als die Landwirtschaft zunehmend mechanisiert wurde. Die schwindende Zahl junger Leute hätte fast zum Ende der Eutzener Schützenfeste geführt. Alt und Jung taten sich nun stärker zusammen, um die Tradition zu wahren.

Das älteste erhaltene Bild der Eutzener Schützen stammt aus dem Jahr 1937.

Weil eben 1912 und 1942 die Jubiläumsfeiern ausfielen, beging man das 100-jährige Bestehen im Jahr umso enthusiastischer. Eine neue Fahne wurde enthüllt und geweiht. Bei der 125-Jahr-Feier wurde der Rekordbesuch von mehr als 250 Gästen beim Katerfrühstück vermeldet. In die seither vergangenen 25 Jahre fällt unter anderem die Modernisierung des Schießstandes, wie der heutige Vorsitzende Hinrich Richter berichtet.

Und die Zukunft? Die jungen Mitarbeiter sind nicht in früherer Zahl auf die Höfe zurückgekehrt und werden das wohl auch nicht mehr tun – und doch sieht Richter im Verein „viel Zuspruch von jungen Leuten“. So seien die Eutzener Schützen inzwischen bei rund 60 Mitgliedern angelangt. Eine stolze Zahl bei 76 Einwohnern, auch wenn einige Mitglieder aus anderen Orten kommen. Und eine stolze Zahl, wenn man bedenkt, dass der Mitgliederbestand sich lange Zeit eher bei 35 eingependelt hatte. Richter und sein Stellvertreter, der Ortsvorsteher Eike Harder, sind’s zufrieden.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare