Wittinger Schulausschuss empfiehlt finanzielle Unterstützung in Höhe von 30 000 Euro

Eine Ganztagsschule für Radenbeck

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Der Wittinger Schulausschuss diskutierte in seiner jüngsten Sitzung über die Umsetzung eins Ganztagsangebotes an der Grundschule Radenbeck. Dabei standen verschiedene Alternativen zur Debatte.

Wittingen/Radenbeck. Die Politik steuert weiterhin auf den Ganztagsbetrieb für die Grundschulen im Wittinger Stadtgebiet zu.

In der jüngsten Sitzung des Schulausschusses wurde über die Möglichkeiten der Einführung des Ganztagsbetriebes für das Schuljahr 2018/19 in der Grundschule Radenbeck beraten.

In der Beschlussvorlage wurde von der Niedersächischen Landesschulbehörde und der Verwaltung Variante 1 für die Umsetzung des Ganztagsbetriebes in Radenbeck favorisiert. Diese beinhaltet die Andockung des Ganztagsbetriebes an die Grundschule Wittingen, da dort bereits ein etabliertes Ganztagsangebot besteht. Der Transport der Schulkinder von Radebeck nach Wittingen werde von der Stadt Wittingen sichergestellt. Die Schüler würden dort von dem „umfangreichen Ganztagsangebot profitieren“, heißt es seitens der Verwaltung. Das Mittagessen könne ebenfalls in der Wittinger Mensa erfolgen. Insbesondere würden für diese Variante die wirtschaftlichen Aspekte sprechen, da keine baulichen Maßnahmen – wie zum Beispiel eine Mensa – erforderlich werden, die Kinder aus einem umfangreichen AG-Angebot auswählen könnten und die Umsetzung des Ganztagsangebotes für das Schuljahr 2018/19 realistisch sei.

Vonseiten der Schule, der Lehrervertreter und der Eltern wurde hingegen ein anderer Wunsch geäußert: „Wir haben uns alle dafür ausgesprochen, dass die Alternative 1 mit dem Transport nach Wittingen für uns keine Option ist. Wir möchten die Ganztagsschule gerne in Radenbeck haben“, erklärt Andrea Lahmann, Lehrervertreterin an der Grundschule Radenbeck. Vielmehr könne man sich Variante 2 vorstellen, bei dem der Ganztag in der Grundschule Radenbeck ausgerichtet werde. Da es derzeit keine Mensa gibt, würde das Mittagessen in Einzelportionen geliefert und im Klassenraum eingenommen werden. Auch das AG-Angebot wäre bei den derzeit geschätzten zehn Anmeldungen klein und ohne Wahlmöglichkeiten. Die Stadt würde die Schule finanziell mit maximal 30 000 Euro unterstützen. Die Schule stellt sich vor, in Zukunft das alte Schulgebäude zu sanieren und in den Ganztag zu integrieren. „Alternative 2 soll erst mal eine Übergangslösung für ein Jahr, wenn es sein muss, auch zwei Jahre sein. Aber mit der Aussicht auf eine Mensa und weitere Räumen, sodass wir immer mehr Kinder für den Ganztag dazugewinnen“, erklärt Andrea Lahmann die Vorstellung.

Jörg Bialas (SPD) schließt ebenfalls die Variante 1 als Lösung aus. „Wenn man sich die verschiedenen Alternativen ansieht, dann sehen wir in Alternative 3 einen guten Lösungsansatz“. Dieser sieht vor, dass der Ganztag ebenfalls in Radenbeck angeboten wird. Die Koordinierung erfolgt aber über eine Andockung an die Grundschule Wittingen. Die dortigen pädagogischen Mitarbeiter und AG-Anbieter werden zusätzlich in Radenbeck eingesetzt, die Wahlmöglichkeit an AGs bleibt für einen kleinen Teilnehmerkreis weiterhin eingeschränkt. Allerdings könne eine Umsetzung für das kommende Schuljahr nicht zugesichert werden.

Auch Andrea Lahmann findet die Idee der gemeinsamen Koordination gut, allerdings störe sie, dass die Umsetzung für das kommende Schuljahr nicht zugesichert werden könne. Georg Ebener, Schulleiter der Grund- und Oberschule Wittingen, erklärt den Grund: „Die Koordinatorin hat reichlich Stunden bei uns. Die pädagogischen Mitarbeiter sind jeden Nachmittag eingesetzt, sodass sie nicht die Schule wechseln können. Bei AG-Anbietern haben wir Möglichkeiten, das denke ich schon. Aber insgesamt sind wir nicht in der Lage, das in Radenbeck zu gestalten.“

Wir möchten die Ganztagsschule gerne in Radenbeck haben

Andrea Lahmann, Lehrervertreterin

Aber gerade auch die Koordination des gesamten Ganztagsbetriebes durch eine extra eingestellte Person sei für Sylvia Loesche, Schulleiterin der Grundschule Radenbeck, sehr wichtig. Alleine könne sie dies nicht bewerkstelligen. „Wir sind ein Kollegium von fünf Personen und da hat jeder weitere Aufgaben nebenbei zu erledigen. Von daher ist es ganz wichtig, dass wir eine Person bekommen, die den Ganztag koordiniert.“ Ein externer Anbieter habe bereits Interesse an einem Kooperationsvertrag mit der Grundschule diesbezüglich signalisiert. Das DRK weise aber darauf hin, dass es schwierig werden wird, Mitarbeiter zu finden, da der Stundenumfang sehr gering ist und in der Nähe keine Möglichkeit für eine weitere Einsatzstelle vorhanden sei.

„Und was ist, wenn kein externer Anbieter genommen wird und Sie selbst alles in die Hand nehmen und jemanden einstellen? Haben Sie Aussicht darauf, dass sich Kräfte zur Verfügung stellen?“, möchte Bialas von Loesche bezüglich der Koordination und der AGs wissen. Loesche habe Eltern bereits auf die Situation angesprochen und positives Feedback bekommen. Einige Eltern wären bereit, AGs zu betreuen, aber konkrete Zusagen habe sie noch nicht, berichtet die Schulleiterin. „Wobei wir die Lösung, das DRK als Kooperationspartner zu Gewinnen, favorisieren.“

Auch Bialas kann dem nur zustimmen. Es sei immer schön und begrüßenswert, wenn Eltern helfen wollen, aber genauso schnell wie sie zugesagt haben, könnten sie auch wieder abspringen.

Eckhard Meyer (CDU) sieht dies genauso: „Es ist klar, dass wir das DRK als Kooperationspartner bevorzugen würden. Nur muss die Schule nach einer Alternative suchen, wenn das nicht klappen sollte.“

Hermann Lahmann (CDU) sieht weiterhin Alternative 2 für die beste Lösung. Die Entwicklung in der Kinderbetreuung sei rasant. Der Bedarf steige. Er sehe die Befürchtung, dass Familien aus Radenbeck ihre Kinder in anderen Gemeinden einschulen, die bereits ein Ganztagsangebot haben, wenn nicht schnell gehandelt werde. „Der Entwicklung sollte man entgegenwirken. Deswegen bin ich für Alternative 2“, erklärt er.

Für Artur Geiger (SPD) sind hingegen noch zu viele Unbekannte im Spiel. Er hält es für vernünftig, der Schule eine finanzielle Unterstützung zuzusichern und diese „soll schauen welche Option umsetzbar wäre und welche nicht“.

In ähnlicher Weise hat dies der Ausschussvorsitzende Christian Hinze-Riechers (CDU) als Beschlussvorschlag auch formuliert: Die Alternative 2 werde mit der Summe von 30 000 Euro gefördert. Die Ganztagsbetreuung werde in die Hände der Schule gelegt und die Schule kann sich überlegen, ob sie den Ganztag selbst koordiniert, Kooperationspartner sucht oder an die Grundschule Wittingen andockt. Umbauarbeiten sind vorerst nicht vorgesehen, seien aber nicht ausgeschlossen. Der Ausschuss empfahl den Beschlussvorschlag einstimmig an den Rat.

Von Ann-Cathrin Brey

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