„Eine fröhliche Party“

Schlange stehen hieß es Samstagabend. Aber das machte den wenigsten Weinfestgängern etwas aus.

Gannerwinkel. Die jugendlichen Macher des 22. Gannerwinkler Weinfestes präsentierten sich am Wochenende traditionell ländlich, selbstbewusst und Identität stiftend.

„Super Stimmung, viele Gäste, es war eine fröhliche Party auf Döpkes Hof“, resümierte Mareike Wolter, die Vorsitzende der Landjugend Hankensbüttel, gestern. „Erst am frühen Morgen ins Bett gekommen und nach einer Stunde Schlaf weitergemacht“, war ihr der Organisations-Stress hörbar auf die Stimme geschlagen.

Überhaupt: Dem „Sextett“ royaler Bacchus-Anhängerinnen, die gestern beim Pflanzen von zwei edlen Reben am sonnigen Platz als ehemalige Weinköniginnen repräsentierten, wird es ähnlich gegangen sein. Im Winter muss die Veredelungsstelle der Tafeltrauben Muskat Bleu (rot) Lila (weiß), die Winzer Jörg Vogt-Fehlinger mit der amtierenden Weinkönigin Sara Jendrischeck pflanzte, mit Erde an gehäufelt werden, mahnte der Wein-Fachmann aus der Region am Rande des Rheinhessischen.

Das Erinnerungsfoto des symbolischen Aktes war gerade mal geschossen, da widmeten sich die Weinköniginnen der Jahre 2005 bis 2011, wie das vielköpfige Veranstalter-Team der Landjugend auch, wieder ihren Aufgaben.

So, wie die Hankensbütteler Landjugendlichen das Kultfest akribisch und mit Erfahrung professionell vorbereitet hatten, so ging die Fete auch am Sonntag beim Frühschoppen erfolgreich über die Runden. Nachdem der Trubel in der „Hitze der Nacht“ vom Sonnabend bis Sonntagfrüh in die Vollen gegangen war und ohne nennenswerte Vorfälle verlaufen war.

Als sich am Sonnabend gegen 22 Uhr der große Sturmlauf auf Döpkes Hof Bahn brach, da zahlten sich die errichteten Bauzäune schon aus. „Wir kommen ohne Sicherheitsunternehmen (Security) aus, weil unsere Gäste fröhlich und diszipliniert feiern wollen“, freuten sich Mareike Wolter und Stellvertreter Torben Mehrwald. Beide dankten der Polizei, der Feuerwehr, dem DRK und den freiwilligen Helfern, die das Fest mitgestalten und zum Erfolg zu führen halfen.

In einer langen Nacht voller Weinfröhlichkeit standen sieben erlesene Tropfen zur Auswahl und dazu servierte Vis-à-Vis Tanzmusik vom Feinsten; und gestern durften sich die Gäste beim Frühschoppen auf zwei weitere Leckerbissen freuen.

Der Musikzug Hankensbüttel konzertierte vor einem mehr graumeliertem Publikum und die Tanzgruppe Repke-Dedelstorf bot einen farbigen Reigen flotter traditioneller Tänze.

Von Jürgen Kayser

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