Einbahn an der Schule ist passé

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Bleibt Rad- und Fußweg: die Gustav-Dobberkau-Straße.

Wittingen. Schade für die Eltern der Wittinger Grundschulkinder: Kurzzeitparkplätze an der Grund- und Hauptschule wird es im Zuge der Umgestaltung der Bürgermeister-Heins-Straße nicht geben. Diese fehlen in dem Konzept, das der Ortsrat in seiner jüngsten Sitzung verabschiedet hat – aus Platzgründen, wie es hieß.

Damit wird es an der Nordseite der Straße eine Reihe von Parkbuchten geben, die senkrecht zur Fahrbahn eingerichtet werden. Zwischen diesen Stellplätzen und den dahinter verlaufenden Grundstücksgrenzen soll der neue Gehweg angelegt werden. Die Fläche des abgerissenen Jugendzentrums wird nicht in die Pläne einbezogen.

Der Ortsrat hatte sich bereits im März mit der Straße beschäftigt und sich damals auf die Einberufung einer weiteren Anliegerversammlung geeinigt. Die fand Mitte April statt. Nach Angaben der Verwaltung gab es dabei einen Konsens, keinen Kreisverkehr als Wendemöglichkeit anzulegen. Seitens des Krankenhauses sei signalisiert worden, dass man kein Problem darin sehe, wenn Eltern während der Abhol- und Bringzeiten kurzfristig den neben der Schule gelegenen Klinikparkplatz nutzen.

Vom Tisch ist für den Ortsrat eine Variante, die vor einigen Monaten schon einmal diskutiert und nun erneut vom Schulvorstand der GHS auf die Tagesordnung gebracht wurde: die Gustav-Dobberkau-Straße zur Junkerstraße hin zu öffnen und dadurch im Bereich Schule/Krankenhaus eine Einbahnstraßenregelung zu schaffen. In einem Papier, das den Ortsratsmitgliedern vorlag, argumentierte der Schulvorstand, dass diese Lösung Ausbaukosten spare und mehr Verkehrssicherheit bringe, insbesondere im Kreuzungsbereich vor der Schule. Diese Variante strukturiere den Verkehr und biete eventuell auch die Möglichkeit, Kurzzeitparkplätze in Fahrtrichtung auszuweisen.

Der Ortsrat sah das anders: Dort gab es schnell den Konsens, dass gerade der Begegnungsverkehr mehr Aufmerksamkeit erfordere und dass so weniger Unfälle zu erwarten seien. In der Ableitung des Verkehrs durch die Junkerstraße sah man neues Gefährdungspotenzial. Zudem sah man die als parkähnliche Anlage geltende Gustav-Dobberkau-Straße in ihrer jetzigen Form als erhaltenswert an. Bauamtsleiter Albert Soltau gab zu bedenken, dass deren dann erforderlicher Umbau nicht ganz billig sein würde.

Die Entscheidung, ob die Bürgermeister-Heins-Straße in Asphalt oder Pflaster ausgebaut werden soll, gehörte noch nicht zum Neugestaltungs-Paket, das der Ortsrat an den Bauausschuss weiterempfahl. „Das kommt später“, sagte Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann. Warum, das erschloss sich nach der Behandlung des Themas in drei Ortsratssitzungen und zwei Anliegerversammlungen nicht jedem der Zuhörer: Man arbeite wohl an einem „Zehnjahresplan“, mutmaßte einer der Besucher.

Von Holger Boden

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