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Ein wenig Lebensfreude für Flutgeschädigte

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Von: Holger Boden

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Die Handwerker aus dem Isenhagener Land mit zwei ihrer Gastgeber in Heimerzheim.
Die Helfer-Truppe aus dem Isenhagener Land mit Karin Bommer (l.) und Ulrike Koch, die sich beide über die Hilfe freuten. © Privat

Heimerzheim/Wittingen – „Yes, we help“ hieß es jetzt wieder, als Handwerker aus dem Isenhagener Land – die meisten davon aus dem Wittinger Stadtgebiet – ins flutgeschädigte Swisttal fuhren, um Aufbauhilfe für Einwohner von Heimerzheim zu leisten. „Zu unserem Erschrecken mussten wir feststellen, dass fast alle Baustellen bei unserer Ankunft genauso aussahen, wie wir sie bei unserer Abreise verlassen hatten“, berichtet Fabian Schneider, einer der Initiatoren.

Knapp ein halbes Jahr liegt der erste Arbeitseinsatz zurück. Im Vergleich zu damals waren nun fünf zusätzliche Helfer mit an Bord. Ins 440 Kilometer entfernte Heimerzheim fuhren: Ralph Parrmann, Jannis Schulze, Alexander Kummert, Tobias Mühe, Henning Börner, Torben Hiestermann, Nils Mull, Tobias Gherram, Fabian Schneider, Werner Schulze, Fabian Eggert, Julian Klube und Marcel Schäfer. Zwei Handwerker – Michael Mühe und Steffen Schulze – konnten kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen nicht teilnehmen.

Heimerzheim war im Sommer 2021 von einer Flutwelle unter Wasser gesetzt worden. Erst nach fünf Tagen floss das Wasser ab. 1500 Menschen waren direkt von den Folgen betroffen. Neun Menschen verloren im Swisttal ihr Leben. Hilfe ist dort nach wie vor äußerst willkommen, weil es vor Ort an Handwerkern fehlt und staatliche Hilfen zum Teil noch ausstehen.

Die Helfer aus dem Isenhagener Land konnten dank der guten Kontakte vom ersten Arbeitseinsatz im Vorfeld planen und gezielt Material für die Baustellen besorgen. „Neben unseren Handwerksleistungen selbst, konnten wir bei den Betroffenen die Lebensfreude etwas zurückholen und sie ermutigen, am Ball zu bleiben“, bilanziert Fabian Schneider.

Die praktischen Arbeiten erstreckten sich auf fünf Baustellen: drei Wohnhäuser, ein Wohn- und Geschäftshaus und die örtliche Kleiderkammer der AWO. Malerarbeiten, Tapezieren, Verlegung von Teppichboden und Laminat, Stemmarbeiten, der Bau von Trockenbauwänden, Verlegung von Heizungsleitungen, die Einrichtung von Elektroinstallation – dies und einiges mehr stand auf der Agenda bei dem sechstägigen Einsatz.

Das war dann noch nicht alles: „Am letzten Abend haben wir die Betroffenen, denen wir helfen konnten, zum Essen ins Hotel Weidenbrück eingeladen, in dem auch ein Teil von uns Zimmer zur Verfügung gestellt bekommen haben“, erzählt Schneider.

Der Ortsvorsteher von Heimerzheim, Hermann Menth, bedankte sich im Namen seines Ortes herzlich und überreichte den Helfern zur Anerkennung eine Kachel mit den Ortswappen. Das Team drückte ihm im Gegenzug noch Baumarktgutscheine für Betroffene sowie eine Spende für die ehrenamtliche Mittagsessensausgabe in die Hand.

Die Helfer dankten ihrerseits allen Unterstützern, die sie mit Spendengeldern, Firmenwagen, Werkzeugen, Baumaterialien oder Verpflegung ausstatteten: Möhle Metallbau, Keller Heizung und Sanitär, DRK Wittingen, MICON-Drilling, VRPlus Hankensbüttel, CarPaint Wolfsburg, Privatbrauerei Wittingen, DL Services Schulze, Baustoffmarkt Wittingen, Hof von Campen, Landhotel Weidenbrück, dazu mehrere Privatpersonen.

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