Mehr als 60 Teilnehmer beim vierten Treffen für Dienst- und Regierungsfahrzeuge

Ehemaliges Braunkohlewerk Ferropolis begeistert

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Der Besuch des ehemaligen Braunkohlewerkes Ferropolis begeisterte die Teilnehmer.

Wittenberg / Wittingen – Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins „Fuhrpark-Ost-West“ organisierten zum vierten Mal für Teilnehmer aus Deutschland und Österreich den „Treff für Dienst- und Regierungsfahrzeuge (RFT)“.

Das RFT wird dabei immer mehr zu einem fahrzeughistorischen Symposium.

Den Auftakt bildete eine Fahrzeugpräsentation auf dem Marktplatz der Lutherstadt Wittenberg. Der Potsdamer Oldtimer-Experte Jörg Tissat gab in seinem Vortrag Einblicke in seine Reise mit einem Wartburg Camping 311 durch die USA. Tissat berichtete nicht nur über die Importaktivitäten der Wartburg-Werkein die USA, sondern auch von seiner mehr als 14 500 Kilometer langen Reise, die mit Fahrzeugen aus Eisenach in enger Verbindung stehen.

Nach einem Treffen auf dem Marktplatz, wo Mitorganisator Jörg Faust Einblicke in die Stadtgeschichte gab, ging es anschließend für die 35 historischen Fahrzeuge und mehr als 60 Teilnehmer auf eine Ausfahrt durch den Vorfläming zum Schifffahrts- und Schiffswerftmuseum Roßlau. Dort wurden bei einer Führung die Geschichte der Elbe-Schifffahrt und der Roßlauer Schiffbautradition erkundet. „Als (geplante) Überraschung trafen wir uns dann vor Ort mit den Teilnehmern des diesjährigen LADA-IG-Deutschland-Treffens, die mit einer bunten Mischung verschiedener Modelle aufwarteten“, berichtet Vorsitzender Dr. Rolf Mahlke aus Wittingen.

Danach ging es gemeinsam zu einer Besichtigung des DDR-Museums in Dessau. Dort gab es neben einem Blick in die Alltagsgeschichte der DDR auch informative Gespräche und manches Interview mit einem Fernseh-Team des MDR.

Im Ergebnis wurde wenige Tage später in einer Reportage in der MDR-Sendung „Umschau“ ausführlich und mit hoher Einschaltquote über die Veranstaltung berichtet. Diese wurde mit einer Fahrt in das ehemalige Braunkohlewerk Ferropolis fortgesetzt. Heute ist Ferropolis Museum, Industriedenkmal, Stahlskulptur, Veranstaltungsareal und Themenpark. Alles beherrschend: die riesigen Baggermaschinen, die aussehen wie Dinosaurier eines vergangenen Zeitalters. Doch die Zukunft hat mit der Ansiedlung kleinerer Betriebe längst Einzug gehalten. Internationale Festivals ebenso wie große Konzerte von Herbert Grönemeyer bis Metallica haben Ferropolis einen europaweiten Ruf als einmalige Kulisse für Künstler und Publikum verliehen. Die LADA-IG hatte dort eine Vorführung der Feuerwehr organisiert, bei der die Personenbergung aus verunfallten Fahrzeugen simuliert wurde. Mahlke: „Für uns bildete Ferropolis somit einen weiteren Höhepunkt und die ideale Kulisse für stimmige Fotos.“

Das Abendbüfett im VW-Autohaus Faust wurde mit dem zweiten Teil des Symposiums beschlossen. Der Kulturwissenschaftler stellt mit einer Lesung das gerade erschienene Fachbuch „Westautos in der DDR“ vor.

Bei einem Stadtrundgang machten sich die Teilnehmer mit der vielfältigen Historie der Lutherstadt Wittenberg vertraut. Als Ausklang wurde der kulturhistorische Anspruch der Vereinsveranstaltung durch einen Besuch des vom Augustinuswerk unterhaltenen Museums „Haftanstalt des MfS“ erkennbar.

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