Tod durch Schweinegrippe?

+
Die Grippe bleibt gefährlich.

Landkreis Gifhorn - Von Carola Peiser. Seit Bekanntwerden der Schweinegrippe vor über einem Jahr sind aus dem Landkreis Gifhorn zwei Menschen verstorben. Ende 2009 erlag ein zweieinhalb Jahre alter Säugling den Folgen der Infektion – am 17. Januar verstarb nun vermutlich ein 63-jähriger Mann aus Wittingen in Göttingen an dem H1N1-Virus. Wie Josef Kraft, stellvertretender Leiter des Gifhorner Gesundheitsamtes, im IK-Gespräch erläuterte, könne aber nicht mit 100-prozentiger Sicherheit davon ausgegangen werden, dass der Mann aus dem Stadtgebiet Wittingen an den Folgen der Schweinegrippe gestorben ist.

Wie Kraft mitteilt, ist der 63-Jährige bereits am 22. Dezember nach Göttingen gefahren, um dort jemanden zu besuchen. Am Morgen des 17. Januar soll es dem Mann bereits während des Frühstücks nicht gutgegangen sein, und er soll Aspirin und Medikamente eingenommen haben. Ihm sei dann geraten worden, einen Arzt zu rufen.

„Am Nachmittag war er nicht mehr ansprechbar und wurde mit einem Notarztwagen in die Uniklinik in Göttingen gebracht. Gegen 23.22 Uhr ist er gestorben“, berichtet Kraft. Die offizielle Todesursache sei allerdings nicht „Schweinegrippe“, sondern Herz-Kreislaufversagen. Routinemäßig seien eine Blutuntersuchung und ein Rachenabstrich entnommen worden. Kraft: „Dabei wurde der H1N1-Virus nachgewiesen.“

Mit großer Wahrscheinlichkeit habe sich der Wittinger auch erst in Göttingen mit dem Virus infiziert. Der Wittinger soll plötzlich Fieber und Husten bekommen haben. Es soll alles sehr schnell gegangen sein.

Da die Schweinegrippe meldepflichtig ist, hat die Klinik den Fall dem Gesundheitsamt Göttingen gemeldet, das sich wiederum mit dem Gesundheitsamt in Gifhorn in Verbindung gesetzt hat. „Wir haben dann dem Niedersächsischen Gesundheitsamt den Schweinegrippenfall gemeldet“, sagte Kraft.

Der Gifhorner Mediziner warnt jedoch vor Panikmache: „Die Bevölkerung soll sich nicht verrückt machen. Der Fall hat nichts mit uns beziehungsweise mit Wittingen zu tun.“ Dennoch rät der stellvertretende Amtsarzt jedem zu einer Impfung, der an chronischen Erkrankungen wie Herz-Kreislauf, der Leber oder Nieren leidet. Noch sei die Zeit zum Impfen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare