Schule und Kita: Eltern monieren Ausfälle bei Lebenshilfe in Wittingen und Gifhorn

„Dünne Personaldecke“

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Tag der offenen Tür in der Wittinger Eichenwaldschule: Eltern beklagen jetzt Personalmangel bei der Lebenshilfe.

bo Wittingen/Gifhorn. Die Lebenshilfe Gifhorn erntet kritik von Eltern, deren Kinder Einrichtungen des gemeinnützigen Unternehmens besuchen.

Dabei geht es um die Eichenwaldschule und den Heilpädagogischen Kindergarten Pusteblume in Wittingen sowie die Allerschule und den Heilpädagogischen Kindergarten Regenbogen in Gifhorn. Die Erziehungsberechtigten monieren, dass zu wenig Personal vorhanden sei, und dass deshalb Fördermaßnahmen für ihre behinderten Kinder abgebaut werden.

In einem Schreiben, das auch an die Landrätin, die Kreistagsfraktionen und den Behindertenbeirat adressiert worden ist, schildern die acht unterzeichneten Eltern ihre „Sorgen und Ängste“ angesichts der personellen Situation der Lebenshilfe: „Durch die dünne Personaldecke müssen immer wieder Klassen zusammengelegt werden.“ Das sei für Kinder mit Handicap ein Problem, denn sie reagierten „auf Personalwechsel oft sehr sensibel“.

Engpässe beziehungsweise Ausfälle gibt es den Eltern zufolge etwa in den Bereichen Sprachanbahnung und Schwimmen. Eine Fachkraft für den Unterricht in Mathematik und Deutsch mit Hilfe von gestützter Kommunikation werde zurzeit anderweitig eingesetzt, obwohl es für den Unterricht eine Warteliste gegeben habe. Ersatz gebe es nicht.

Die Leitungen der Einrichtungen würden das Personal „so effektiv wie möglich“ einsetzen, meinen die Eltern. Dennoch „reißt die dünne Personaldecke immer wieder ein“. Die Situation sei unverständlich, weil bei der Mitgliederversammlung im September letzten Jahres noch von einer guten finanziellen Lage der Lebenshilfe die Rede gewesen sei.

Das sei auch nach wie vor so, sagt Lebenshilfe-Geschäftsführer Peter Welminski. Und er könne die Eltern auch „gut verstehen“. Doch die Lebenshilfe halte bereits mehr Personal vor, als sie nach den Refinanzierungsregeln des Landes eigentlich in ihren Schulen und Kindergärten haben müsste.

„Das Land schreibt 1,5 Betreuer pro Gruppe vor, wir haben 2“, sagt Welminski. „Und wir sind stolz darauf.“ Leider habe es in den letzten Wochen und Monaten viele Ausfälle wegen Grippe gegeben, hinzugekommen sei noch ein Schlüsselbeinbruch einer Fachkraft, und zwei Mitarbeiterinnen seien schwanger geworden.

„Wir nehmen die Sorgen der Eltern deswegen ernst und steuern gegen“, beteuert der Geschäftsführer. Für dauerhaft ausfallende Kräfte werde Ersatz gesucht, bei vorübergehendem Ausfall werde über den Einsatz so genannter ambulanter Hilfen nachgedacht. Mit den Erziehungsberechtigten wolle er weitere Gespräche führen.

Das Gespräch mit Welminski will auch Landrätin Marion Lau suchen, die den Vorgang erst einmal zur Prüfung an den Fachbereich Soziales gegeben hat: „Ich nehme sehr ernst, was die Eltern sagen.“ Sie sieht auch den Vorstand der Lebenshilfe in der Pflicht, sich nötigenfalls für Verbesserungen stark zu machen. Der Landkreis selbst sitzt mit einem Vertreter im Verwaltungsrat bei der Lebenshilfe am Tisch.

Lau sagte, wenn die vom Land vorgegebenen Standards das Problem seien, dann müsse man gegebenenfalls auf die zuständigen Stellen in Hannover zugehen.

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