Drittliga-Aus! HSG trauert

Am Boden zerstört: Die HSG RPT Isenhagen (l. Christina Wählisch) zieht sich aus der 3. Handball-Liga zurück.

Hankensbüttel. „Das war‘s!“ Ein kurzer Satz, der eine lange Ära auslöscht. Bleischweren Herzens musste der Vorsitzende Hans-Henning Rehwinkel am späten Donnerstagabend das Aus für die Handball-Damen der HSG RPT Isenhagen verkünden! Das Aushängeschild der Region zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der 3. Liga zurück! Von Ingo Barrenscheen

Diese elementare Entscheidung fällten Vorstand und die Überbleibsel der Mannschaft nach einer gut zweistündigen Krisensitzung. Im Vorjahr hatte Isenhagen den Spielerschwund gerade noch so auffangen können, dieses Mal riss er unstopfbare Löcher. Der Verein hätte keine spielfähige Riege auf die Beine stellen können. „Bei vielen stand ein Wenn und Aber, nur vier Spielerinnen haben noch voll dahinter gestanden“, schilderte Rehwinkel die massive Personal-Problematik. Zwar zermarterten sich alle Beteiligten an diesem schwarzen Donnerstagabend noch einmal den Kopf nach Auswegen. Nur: Es fanden sich keine.

Was unweigerlich ein Tränenmeer auslöste. Aktive wie Ehrenamtliche sind untröstlich nach Jahren des Engaments, das nun kurzerhand in einem Trümmerhaufen mündete. Der Rückzug trage einen „großen Trauerrand“, befand Rehwinkel. Noch im Mai hatte die HSG nach einem Herzschlagfinale den Klassenerhalt bejubelt und das Ticket für die neu geschaffene 3. Liga gelöst. Vergebens. Umso bedauerlicher, weil der Klub nach finanziell wackligen Zeiten endlich auf gesunden Füßen stand. Rehwinkel seufzt: „Der Sponsoren-Pool, den wir in sieben Jahren mühevoll aufgebaut haben, fällt nun auseinander. Dabei hatten wir gerade die erste Saison, die sich finanziell getragen hat. Auch die Mehrkosten der 3. Liga hätten wir verkraften können.“ Gerade für die Gönner und treuen Fans tue es ihm unendlich leid, dass Isenhagen von der Landkarte verschwindet.

Freilich kein blitzartiges Begräbnis dieser Handball-Institution, die sich neun Jahre in Folge in der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands hielt. „Es hatte sich in den letzten Wochen schon abgezeichnet“, meinte Kai Fischer, der als neuer Trainer nur einen Kurzauftritt erlebte. Bei der Krisensitzung war er schon gar nicht mehr dabei gewesen, weil sich das Ergebnis schon glasklar abzeichnete.

Der Rückzug resultiert aus vielen Faktoren: Der Last-Minute-Rettung der Vorsaison, der die Planungen erschwerte. Die lange Zeit schwebende Unsicherheit, wie die 3. Liga künftig strukturiert sein würde. Die erst spät abgeschlossene Trainersuche. Die geographisch ungünstige Lage. Und der fehlende Unterbau. Rehwinkel: „In den vergangenen Jahren sind immer ein oder zwei Spielerinnen aus der A-Jugend aufgerückt. Dieses Mal ist keine rausgekommen.“

Nur zu gerne hätte Isenhagen die kommende Spielzeit noch in Angriff genommen, um dann „einen geordneten Rückzug“ in die Oberliga anzutreten. Denn auf Dauer wäre die 3. Liga vermutlich sowieso nicht zu stemmen gewesen. Stattdessen gibt es nun den K.o. „Das Thema höherklassiger Handball hat sich erledigt“, bedaudert Rehwinkel. Überhaupt werde es ein paar Jahre dauern, bis es überhaupt wieder eine Damenmannschaft bei der HSG geben könnte. Die Kader-Konkursmasse wird wohl bei anderen Klubs unterkommen.

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