Kampf ums Breitband im Wittinger Stadtgebiet

Drei Orte wollen ans Glasfasernetz

Drei Ortsvorsteher bzw. -bürgermeister stehen vor dem Ohrdorfer Feuerwehrgebäude.
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Christian Dalibor (v.r.), Carsten Dreblow und Wilfried Korth vor dem Ohrdorfer Feuerwehrgerätehaus – auch für solche Einrichtungen sehen sie künftig Breitband als essenziell an.
  • Holger Boden
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Rund 670 Einwohner im Stadtgebiet, die ohne Breitband-Anschluss bleiben? Zwei Ortsvorsteher und ein Ortsbürgermeister im Wittinger Stadtgebiet wollen dafür kämpfen, dass es nicht so kommt.

Ohrdorf/Suderwittingen/Rade – Und sie glauben, dass es Synergieeffekte geben könnte, die dabei helfen, dass das Glasfaserkabel auch nach Suderwittingen, Ohrdorf und Rade kommt.

Die Ausgangslage: Für die erste Runde des kreisweiten Breitband-Ausbaus kamen die drei Orte nicht in Frage – ihre Anbindung ist zu gut, um weißer Fleck zu sein. Als nun für viele weitere Haushalte im Landkreis durch den angepeilten Anschluss schwarzer Flecken ebenfalls eine Tür aufging, waren die drei Dörfer aber wieder nicht dabei: Ein privatwirtschaftlicher Anschluss, so wurde es von Giffinet kommuniziert, rechnet sich in diesen Fällen nicht.

Als das IK darüber berichtet hatte, gab es prompt erste politische Vorstöße, nach Wegen für das Dörfer-Trio zu suchen. Der Kreistagsabgeordnete Walter Schulze (CDU) sah den Landkreis in der Pflicht, ausgleichend tätig zu werden.

Dass öffentliche Zuschüsse in schwarzen Flecken als Wettbewerbsverzerrung problematisch wären – das sehen Ohrdorfs Ortsbürgermeister Christian Dalibor und die beiden Ortsvorsteher von Suderwittingen und Rade, Carsten Dreblow und Wilfried Korth, durchaus ein. Nicht aber, dass ihre Orte dauerhaft vom Glasfasernetz abgekoppelt bleiben.

Das haben sie letzte Woche auch in einem Gespräch mit Stadtbürgermeister Andreas Ritter zum Ausdruck gebracht. Dabei sei signalisiert worden, dass nach möglichen Töpfen Ausschau gehalten werden soll, aus denen ein Anschluss der drei Orte finanziert werden könnte. „Wir haben die Aussage, dass wir unterstützt werden“, sagt Dreblow. Die städtische Wirtschaftsförderung wolle das zum Thema machen.

Immerhin: Es gibt scheinbar keinen unmittelbaren Zeitdruck, jedenfalls für die meisten Haushalte in den drei Dörfern. „Die nächsten Jahre wird es wohl noch reichen“, sagt Dalibor mit Blick auf die 70 MBit/s, die in Ohrdorf zur Verfügung stehen. „Aber langfristig brauchen wir Breitband, deshalb müssen wir uns jetzt kümmern.“ Für Rade, wo 100 MBit/s ankommen, sieht Korth es ähnlich: „Wir wollen auch Glasfaser.“ Dreblow sagt derweil: „Von 100 oder 70 MBit träumen wir in Suderwittingen nur. Wir fühlen uns abgehängt.“

Natürlich wäre jeder der drei Orte lieber heute als morgen am schnellen Netz. Dreblow ist sich sicher, dass Suderwittingen die von Giffinet aufgerufene Schwelle von 60 Prozent der Haushalte locker erreichen könnte – wenn man seinen Ort denn fragen würde.

Wie viele Meter Extra-Leitung denn gelegt werden müssten, um ihre Orte anzuschließen, und was das kosten würde – Dalibor, Dreblow und Korth kennen diese Zahlen bisher nicht. „Deshalb müssen wir mit allen Beteiligten an einen Tisch“, sagt Dreblow. Und den dreien schwebt auch vor, dass man gegebenenfalls mit mehreren Anbietern spricht.

Dabei könnte dann eine Idee zur Sprache kommen, die fast schon auf der Hand zu liegen scheint: Wenn demnächst eine Druckleitung von Boitzenhagen aus an ganz vielen Orten vorbei in Richtung Wittinger Kläranlage gebaut wird – können dann nicht auch Leerrohre für Glasfaserkabel mitverlegt werden? „Wir hätten da sicherlich Synergieeffekte in den nächsten Jahren“, sagt Dreblow, der dabei auch an den seit langem angekündigten Bau des Radwegs an der B 244 denkt.

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