Drei Projekte in den Startblöcken

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Stadtbürgermeister Karl Ridder betonte die Wichtigkeit des QiN-Prozesses für Wittingen.

Wittingen. Das sind doch gute Aussichten: Der Wittinger Marktplatz wird zu einem attraktiven Treffpunkt, Existenzgründer bekommen in Wittingen vielfältige Unterstützung, und Besucher, die die Altstadt dank besserer Beschilderung leicht gefunden haben, machen sich nach einem Besuch im Schustermuseum auf den Weg zum frisch sanierten Haus Kreyenberg, das als ältestes Gebäude der Stadt ein echter Anziehungspunkt geworden ist.

Zukunftsmusik, freilich, aber so könnte es aussehen, wenn wichtige QiN-Projekte zu einem Erfolg werden sollten. Mit der öffentlichen Vorstellung aller Vorhaben in der letzten Woche ist die Konzeptphase abgeschlossen worden. Neue Erkenntnisse waren dabei nicht unbedingt zu erwarten, eine gab es dann aber doch: Die Wittinger zeigten kein allzu großes Interesse an dem Maßnahmenbündel, das die Innenstadt nach vorn bringen soll.

Nur rund 70 Zuhörer kamen in den großen Saal der Stadthalle, und das ist ziemlich genau die Zahl der Bürger, die sich in den Arbeitskreisen engagiert hatten. Von denen fehlten ein paar, dafür gab es ein paar neue Gesichter – unbefriedigend für einen Prozess, der über mehrere Jahre angelegt mit vielen kleinen und großen Vorhaben den Kernort Wittingen beleben soll. Auch eine ganze Reihe von Ratsmitgliedern fehlte.

Vielleicht wird die Resonanz ja noch steigen, wenn die ersten Ergebnisse zu sehen sind. Der Leiter des Wirtschaftsamtes, Günter Kruse, kündigte an, dass nun bis zum 31. Oktober die ersten drei Projekte umgesetzt werden sollen. Das sind nach jetzigem Stand die Verbesserung der Verkehrsführung, die Einrichtung von Hilfen für Existenzgründer und ein Imageflyer für Wittingen.

Aus den Fördermitteln des Landes sind noch rund 20 000 Euro da, die auch bis zum 31. Oktober verplant werden müssen. Kruse zufolge werden die Projekte nun auf die Tagesordnung der zuständigen Ausschüsse kommen. Bis zu den Sommerferien wolle man die Beratungen abschließen. Ein Anliegen, das von den QiN-Arbeitskreisen mehrfach ins Spiel gebracht wurde, ist aktuell schon in der „Mache“: Die Verwaltung arbeitet am Umbau der als wenig attraktiv geltenden Homepage der Stadt.

Alle weiteren Einzelvorhaben werden später auf die Agenda kommen, sollen aber nicht vergessen werden, wie auch Stadtbürgermeister Karl Ridder betonte: „Ich wünsche mir, dass wir alles, was hier präsentiert wurde, bedienen können.“ Was die Finanzierung angehe, sei man allerdings „auf Landesmittel dringend angewiesen“. Über den 31. Oktober hinaus sollen neue Fördertöpfe angezapft werden.

Viel Geld dürfte nötig sein für die Etablierung des Markenzeichens „Schusterstadt“ mit einem Schustermuseum. Ebenso langfristig und kostenintensiv wird die Rettung von Haus Kreyenberg angelegt sein, für das Friedrich O. Winkelmann in der Stadthalle ein filmisches Plädoyer präsentierte, in dem das Gebäude sogar zu den Zuschauern „sprach“. Langer Atem wird auch gebraucht für die Elemente des Leitbildes, in dme unter anderem von einer Aufwertung der Nachtweide und der Sanierung des Sprungturms im Freibad die Rede ist.

Von Holger Boden

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