Stöcken: ZGB-Entwurf sieht Erweiterung vor / Im Ort formieren sich Proteste gegen Vorhaben

Aus drei mach neun Windräder?

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Im Stöckener Windpark stehen derzeit drei Windräder, sechs sollen laut dem Entwurf des ZGB noch hinzukommen. Im Ort formiert sich gegen das Vorhaben Protest.

Stöcken. Den Stöckenern muss man die Erweiterungspläne für „ihren“ Windpark kaum noch vorstellen – nimmt man die jüngste Bauausschusssitzung in Wittingen zum Maßstab, dann formiert sich im Ort bereits Protest gegen das Vorhaben.

Vor allem besteht Angst hinsichtlich einer „erdrückenden“ Wirkung der neuen Windräder. Wie hoch die werden, ist zwar noch gar nicht amtlich und wird erst im Bauleitplan-Verfahren geregelt. Doch die Annahme, dass es sich um rund 200 Meter hohe Anlagen handeln wird, ist angesichts des Stands der Technik wohl realistisch.

Drei Windräder stehen im Windpark Stöcken, sechs sollen laut dem Entwurf des Zweckverbandes Großraum Braunschweig hinzukommen. Das könnte am Ende in einer Gesamtleistung von 20,55 MW resultieren, gewonnen auf einer Windpark-Fläche von 127 Hektar. Die soll sich, von den jetzigen Anlagen ausgehend, in Richtung Osten über die Bahnlinie und die L 270 bis südlich vo Rumstorf erstrecken. Die bestehende Vorrangfläche ist 32 Hektar groß.

Die Kritik aus Stöcken gründet unter anderem darauf, dass auch der künftige Windpark deutlich weniger als die üblichen 1000 Meter vom Ort entfernt wäre. Denn schon die bestehenden Anlagen unterschreiten diese Marke. Bei tiefstehender Sonne während der Wintermonate könne es zu Beeinträchtigungen für Stöcken und Rumstorf kommen, schreiben die Planer in ihren Erläuterungen zu dem Vorhaben. Der Abstand zu Einzelgebäuden – für die nicht dieselben Abstandsregelungen gelten wie für Ortschaften – wird auf mindestens 500 Meter festgesetzt. Zum Ortsrand von Erpensen sind es vom östlichen Rand des Planungsgebietes 1000 Meter. Im Nordosten der potenziellen Erweiterungsfläche nehmen die Planer Rücksicht auf ein Rotmilan-Brutgebiet. Das artenschutzfachliche Konfliktpotenzial werde so „erheblich verringert“. Bürger können noch bis zum 22. Januar Hinweise zur Planung an den ZGB (Frankfurter Straße 2, 38122 Braunschweig, rropwind@zgb.de) übermitteln. Kommunen haben bis zum 31. Januar Zeit, ihre Stellungnahmen einzureichen.

Von Holger Boden

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