In Wettendorf überwiegt Zustimmung für Bringdienst in der Samtgemeinde

Drei Dorfläden im Gespräch

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Hankensbüttel. Während viele Politiker dem „DorfVersorgungsService“ und dem Thema „Dorfladen“ in der Samtgemeinde Hankensbüttel skeptisch gegenüber stehen, sieht das bei den Menschen auf den Dörfern anders aus.

So auch am Dienstagabend bei einer Informationsveranstaltung in der Schützenklause in Wettendorf. Bis auf ein Veto war die Resonanz positiv.

Warum es diese vehemente Ablehnung bei den Politikern gibt, kann sich Werner Rodewald, Bürgermeister der Gemeinde Obernholz, nicht erklären. Ziel des Projektes ist es, wie mehrfach berichtet, Lösungen und Rahmenbedingungen zu schaffen, um für die Menschen auf den Dörfern die Grundversorgung sicherzustellen. Diesen Ansatz hält Rodewald für diskussionswürdig.

Und wie das Projekt umgesetzt werden soll, erläuterte Thorsten Rohé, Leiter des beauftragten CBM Instituts, ausführlich und machte deutlich, dass die Versorgungssysteme an die Bedürfnisse der Menschen angepasst werden müssten. Man habe in der Samtgemeinde Hankensbüttel genügend Ein-Personenhaushalte, um zu sagen, der Bringservice lohne sich. Zudem habe man genug örtliche Akteure und genug Ortsteile, wo Dorfläden geschaffen werden könnten.

Über den „DorfVersorgungsService“ sollen die Dienstleister koordiniert werden, die die täglichen Dinge des Bedarfs liefern würden. Ausgeliefert werde die Ware mit nur einem Fahrzeug. Jede Ortschaft könnte dann jeden zweiten Tag angesteuert werden.

Das Warensortiment umfasst elf Bereiche und wird sich auf etwa 500 Artikel summieren, die an den täglichen Bedarf angepasst sind. Pro Haushalt, so Rohé, würden 7 Minuten bei der Lieferung eingeplant, so dass auch noch Zeit für einen Klönschnack bleibe. Wenn das Konzept stehe – bis zu den Sommerferien soll das der Fall sein – wisse man, was auf die lokalen Akteure zukomme.

Wie berichtet, sollen im Zuge der zweiten Phase Gespräche mit lokalen Anbietern wie Bäckern, Schlachtern und Landwirten geführt werden, ob sie sich am Projekt beteiligen wollen. Ziel sei es nicht, vorhandene Angebote zu verdrängen, sondern diese zu stärken und Synergieeffekte zu nutzen.

Auch auf die Einrichtung von Dorfläden ging der Instituts-Leiter ein, machte aber deutlich, dass der Bringservice keine Konkurrenz für die Dorfläden sein solle. Vorstellen kann sich Rohé, in Steinhorst und Sprakensehl Dorfläden einzurichten. In beiden Fällen könnten die vorhandenen Strukturen genutzt werden. Die Grenze für einen Dorfladen liege bei 800 Einwohnern. Ein weiterer Dorfladen könnte in Oerrel installiert werden. Erste Gespräche seien bereits mit Dedelstorfs Bürgermeister Bernd Rodewald geführt worden.

Von Walter Manicke

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