Weißstorchbetreuer Hans Jürgen Behrmann beringt Jungtier in Knesebeck

Mit der Drehleiter zu Knesebecks Störchen

+
Ein Knesebecker Elternstorch mit seinem Jungen: Bei der Beringung half die Feuerwehr mit der Drehleiter.

Knesebeck – Im Storchennest auf dem Schornstein der ehemaligen Knesebecker Molkerei gibt es Nachwuchs. Storchenbetreuer Hans Jürgen Behrmann weiß von vier Eiern, die zunächst gelegt wurden, doch leider hat nur ein Junges überlebt.

Nun hat der ehemalige Pastor aus Lachendorf es beringt.

Als Schlüpfdatum hat Behrmann den 30. April notiert. Regelmäßig bereist er die Nester in den Landkreisen Gifhorn und Celle, Daten und Fakten hält er in seiner Schulkladde akribisch fest.

Rund fünf Wochen nach dem Schlüpfen war nun ein guter Zeitpunkt für die Beringung in Knesebeck. Denn in diesem Zeitraum haben die Storchenjungen den Totstellreflex: Wenn sie einen (vermeintlichen) Feind sehen, stellen sie sich tot und rühren sich nicht mehr. Das ist die Chance für Behrmann, die Beringung vorzunehmen.

Hilfe bekam der Lachendorfer von der Wittinger Feuerwehr: Die Drehleiter rückte an, mit der Besatzung Frank Hösermann, Daniel Schulze und Christoph Zahrte. Mit ihrer Hilfe ging es für Behrmann in die Höhe – ganz langsam und mit viel Gefühl steuerten die Männer das Nest an. Der alte Storch flog ab, das Junge beobachtete alles genau, blieb zunächst regungslos stehen, legte sich dann hin – für Behrmann das Signal, dass es losgehen kann. Der junge Vogel bekam ein Tuch über den Kopf, dann ging alles ganz schnell: Ein Klick, und der Ring DEW 9T 626 saß am Fuß fest. Noch eine bisschen Hauspflege, Müll entsorgen, schon war alles erledigt.

Die Ringnummern werden der Vogelwarte Wilhelmshaven gemeldet und dort registriert. So können die Störche bei Sichtung gemeldet werden, durch das Spektiv kann Behrmann die Nummern auf 100 Meter Entfernung erkennen.

Zurzeit sind 32 Junge beringt. Im Bereich Gifhorn gibt es erfreulicherweise in diesem Jahr 55 Paare – noch vor 12 Jahren waren es lediglich 20, so Behrmann. Der Zuwachs gelingt auch mit Hilfe der LSW, die Masten zur Verfügung stellt und die auch bei Nestern, die von der Feuerwehr nicht zu erreichen sind, bei der Beringung hilft.

Füttern die Elterntiere in Knesebeck den Nachwuchs nun gut, dann kann das Junge etwa ab der 9. Woche über die Häuser fliegen.  rt

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare