OHE-Strecke: Noch keine Beschlüsse auf politischer Ebene

Draisinenfreunde geben Gas: Pläne für Vereinsgründung

+
Bald ein Freiluft-Erlebnis für Nordkreis-Besucher? Draisinenfahrt auf der OHE-Strecke bei Parsau.

Wittingen/Parsau. Rund drei Monate nach der Entwidmung der OHE-Strecke Wittingen-Rühen verdichten sich die Aktivitäten für eine Nachnutzung.

Dabei stehen vor allem Draisinenfahrten im Blickpunkt – doch noch werden die Bemühungen in erster Linie auf privater Basis getragen. Welche Unterstützung diese Idee von politischer Seite bekommen wird, ist offen.

Während sich bislang ein eher loser Zusammenschluss von Enthusiasten für das neue touristische Angebot auf alten Schienen einsetzt, könnten die Ideen in naher Zukunft von einem Verein forciert werden. Eine Satzung ist nach IK-Informationen in Vorbereitung, bei einem Treffen in der kommenden Woche soll – unter anderem – über eine Vereinsgründung geredet werden.

Dabei werden Draisinen-Befürworter aus der Stadt Wittingen und der Samtgemeinde Brome gemeinsam am Tisch sitzen. Bei dem Termin am Mittwoch, 13. April, um 18.30 Uhr im alten Parsauer Bahnhof sollen auch Freischnitte der bewachsenen Strecke geplant werden. Und: Es soll darum gehen, welche Rolle der Förderverein Ohretalbahn künftig spielen kann, nachdem die Strecke entwidmet ist.

Während der private Schulterschluss über die kommunalen Grenzen hinweg schon erfolgt ist, stehen die Gespräche zwischen Wittingen und Brome auf politischer Ebene noch bevor. „Wir werden Kontakt mit der Samtgemeinde aufnehmen“, sagt Stadtbürgermeister Karl Ridder. Da die OHE als Eigentümer der Gleisstrecke bis September eine Antwort erwarte, gebe es keinen Zeitdruck.

Diskutieren müssen die beiden Kommunen über das Vorkaufsrecht, das das Celler Verkehrsunternehmen ihnen de facto eingeräumt hat. Über Preise sei noch nicht gesprochen worden, sagt Ridder. Das sei auch erst dann sinnvoll, wenn klar ist, ob Wittingen und Brome gemeinsam als Interessenten auftreten.

In der Wittinger Politik gibt es bisher noch keine klare Stoßrichtung, was aus der Strecke werden soll. Die FWG plädiere dafür, die Strecke zu kaufen, sagt deren Fraktionschef Thomas Weiland. Das sei auch mit dem Koalitionspartner SPD so besprochen. Laut Weiland soll es vor allem darum gehen, die Trasse vor einer „Zerstückelung“ durch private Käufer zu bewahren und sie als Ganzes zu erhalten. Eine Nutzung mit Draisinen sei „besser als nichts“, doch Weiland räumt auch ein: „Eigentlich träume ich immer noch davon, dass da irgendwann wieder ein Zug fahren kann.“

Für die CDU hänge jede weitere Entscheidung vom Kaufpreis ab, sagt der Fraktionsvorsitzende Walter Schulze. Die entsprechenden Verhandlungen müsse man also abwarten. Die Frage sei auch, ob es am Ende um die komplette Strecke oder nur um Teilstücke gehe. „Es gibt auch von Landwirten das Interesse, Teile der Strecke zu kaufen“, weiß Schulze.

Die Draisinenfreunde planen unterdessen nach ihrem Oster-Draisinenfest in Parsau schon ihre nächste Aktion: das zweite Wittinger Draisinenfest am 8. Mai auf dem ehemaligen Wittinger OHE-Gelände. Dreh- und Angelpunkt auf technischer Seite ist der Wittinger Karl-Heinz Adam. Er hat mittlerweile eine zweite Draisine gebaut, die zwischendurch auch bei der Nordkreismesse am Stand des Freundeskreises präsentiert werden soll. Darüber hinaus ist der Kontakt zu bestehenden Draisinen-Vereinen in Lüchow und Wathlingen intensiviert worden.

Von Holger Boden

Kommentare