Wittinger Wirtschaftsausschuss gibt grünes Licht für Wochenmarkt unter privater Ägide

Donnerstag = Markttag?

Viel Platz auf dem Marktplatz an einem ganz gewöhnlichen Sommer-Sonnabend in Wittingen.
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Viel Platz auf dem Marktplatz an einem ganz gewöhnlichen Sommer-Sonnabend in Wittingen. Die Stadt will nun den Wochenmarkt mit Hilfe eines privaten Partners beleben.

Wittingen. Klappt alles wie am Schnürchen, dann hat Wittingen bald einen lebendigen Wochenmarkt am Donnerstag. Klappt es nicht, dann bleibt wohl alles beim Alten – bei einem eher müden Markt mit maximal drei Ausstellern am Sonnabend.

Der Wirtschaftsausschuss der Stadt jedenfalls hat dem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, den Wochenmarkt in private Hände zu geben. Sieht der Stadtrat das am Ende genauso, dann übernimmt am 1. April 2013 die Firma „Attraktive Wochenmärkte“ aus Hannover die Organisation der Veranstaltung auf dem Wittinger Marktplatz.

Unter der Ägide des Unternehmens sollen wöchentlich mindestens sechs Marktbeschicker nach Wittingen kommen. Weniger Stände lassen, so hieß es, für die Firma keinen wirtschaftlichen Betrieb des Wochenmarktes zu.

Die Hannoveraner wollen ihr Geld mit Standgebühren verdienen, die von derzeit 1,50 auf 2,20 Euro pro laufendem Meter steigen sollen. Hinzu kommt eine Werbeumlage von 2,50 Euro pro Markttag und Stand. Die Stadt soll zu zehn Prozent an den Netto-Standeinnahmen beteiligt werden.

Der Vertragsabschluss mit dem privaten Partner würde für die Stadt bedeuten, dass sie keine separaten Erlaubnisse für Wochenmarkt-Stände herausgeben dürfte – Konkurrenz an anderen Wochentagen ist nicht gewünscht. Für sonstige Veranstaltungen soll der Marktplatz aber auch künftig zur Verfügung stehen.

Der Ausschuss zeigte sich nicht unbedingt euphorisch, gab aber bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung grünes Licht. Dr. Thomas Weiland (FWG) meldete Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens an: „Wie soll es bei höheren Standgebühren funktionieren, wenn es bisher nicht funktioniert hat?“

Die Stadt hatte laut Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse eine Belebung des Wochenmarktes am Sonnabend in Eigenregie versucht, bei potenziellen Standbetreibern aber keinen Erfolg gehabt. Den Unterschied soll nun offenbar der Wochentag machen: Ausschussmitglied Matthias Rönneberg (CDU) berichtete von vier möglichen Ausstellern für den Donnerstag, die er „am Telefon gehabt“ habe.

Walter Schulze (Ohrdorf, CDU) befürchtete, dass unter privater Steuerung vor allem ostasiatische Ramschware das Bild des Wochenmarktes prägen könnte. Uwe Peesel, Chef des Knesebecker Gewerbevereins, äußerte sich generell skeptisch: „Auf dem Markt gibt es ja viel Obst und Gemüse, nebenan gibt es einen Frische-Markt – ob das [die Aufwertung des Wochenmarktes] so gut ist, weiß ich nicht.“ Rönneberg, der zweiter Vorsitzender des HGV ist, fand dagegen das Vorhaben „vom Prinzip her in Ordnung“: „Mehr Belebung bringt für alle was.“ Allerdings seien die Gebühren für die Aussteller „zu hoch“.

Der Ausschuss beauftragte die Verwaltung denn auch, in die abschließenden Verhandlungen mit „Attraktive Wochenmärkte“ eine mögliche Senkung der geplanten Gebühren einzubringen.

Von Holger Boden

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