Polizei Wittingen warnt vor reisenden Tätern in der Region / Eigentum sollte immer gut gesichert sein

Diebe lieben Fahrräder und Quads

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Keine Chance für Langfinger: Fahrräder sollten immer gut gesichert werden, rät die Polizei Wittingen. Doch häufig sind Ketten und Schlösser veraltet und laden zum Diebstahl geradezu ein.

Wittingen. Für Radfahrer ist die warme Jahreszeit Segen und Fluch zugleich: Einerseits lädt das schöne Wetter zu Touren auf zwei Rädern ein, andererseits lockt der Sommer auch zunehmend Diebe an, die es auf schlecht gesicherte Fahrräder abgesehen haben.

Im Durchschnitt 80 bis 100 Drahtesel werden pro Jahr in Wittingen gestohlen, die meisten davon während der Sommermonate, sagt Rüdiger Elgner, Leiter des Polizeikommissariats Wittingen.

• Fahrrad-Diebstähle: Auf zwei Arten von Fahrrädern haben es die Langfinger in der Region dabei abgesehen, erklärt Elgner im zweiten Teil der neuen IK-Serie „Präventionstipps der Polizei“: Teure Räder sind vor allem bei osteuropäischen Tätern beliebt. Sie bringen ihre Beute meist sofort ins Ausland, so dass der Besitzer sein Eigentum nie wiedersieht. Billige Räder stehen dagegen bei Gelegenheitsdieben hoch im Kurs, weiß Elgner. „Zum Beispiel bei Leuten, die keine Lust haben, nach dem Besuch des Schützenfests oder einer Party zu Fuß nach Hause zu gehen. Dann nehmen sie einfach ein nicht richtig gesichertes Fahrrad mit, das sie auf ihrem Heimweg finden“, erklärt der Polizeichef. Diese Räder werden aber meist wiedergefunden, zum Beispiel im Straßengraben.

Werner Sülflow, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei Wittingen, rät deshalb eindringlich dazu, Fahrräder immer gut zu sichern. „Wer schon 700 oder 800 Euro für ein Fahrrad ausgibt, sollte sich auch ein gutes Schloss aus dem Fachhandel zulegen“, betont er. Zudem sei es hilfreich, wenn sich die Eigentümer schon beim Kauf ihres Rades dessen Marke, Typ und Rahmennummer notieren oder einen Fahrradpass ausfüllen, ergänzt Elgner. Das helfe der Polizei im Fall eines Diebstahls. Doch manche Geschädigte wüssten gar nicht, welche Marke ihr Rad hat, wo sie es gekauft haben und wie teuer es war. „Die Naivität einiger Bürger stimmt uns schon nachdenklich“, sagt Elgner.

• Quad-Diebstähle: Sehr begehrt bei Langfingern im Landkreis Gifhorn waren in den vergangenen Wochen auch Quads. Drei Diebstähle im Raum Brome und ein weiterer in Ohrdorf wurden der Polizei gemeldet (das IK berichtete). „Viele Quads stehen nachts offen am Straßenrand oder unter Carports. Die Täter rücken dann oft mit einem Kastenwagen an und transportieren die gestohlenen Quads damit gleich ins Ausland“, erläutert Elgner.

Sein Tipp: Quads nachts niemals im Freien parken, sondern in eine abgeschlossene Garage stellen. Gleiches gelte für hochwertige Motorräder, die bei Dieben ebenfalls sehr beliebt seien. Wer in seiner Nachbarschaft verdächtige Fahrzeuge oder Personen bemerke, sollte rasch die Polizei verständigen. „Wir sind auf die Bürger angewiesen. Wenn sie uns nicht anrufen, sind unsere Chancen gering, die Täter zu ermitteln“, bittet Elgner um erhöhte Aufmerksamkeit und Kooperation.

• Diesel-Diebstähle: Angesicht stetig steigender Treibstoffpreise stellt die Polizei Wittingen auch eine deutliche Zunahme von Diesel-Diebstählen fest. „Auffällig ist die Dreistigkeit der Täter“, berichtet der Kommissariatsleiter. Diese machten sich nicht mehr nur an Tanks von Beregnungsaggregaten auf Feldern zu schaffen. „Inzwischen gehen sie sogar auf Bauernhöfe und zapfen dort Diesel ab – auch wenn der Hofhund bellt.“

• Schmuck-Betrug: Doch nicht nur Diebe, sondern auch Betrüger sind in den Sommermonaten häufiger als sonst im Landkreis Gifhorn unterwegs. Ein beliebter Trick der zumeist rumänischen Täter: Sie stellen ihr Auto an Straßenrand ab und täuschen Benzinmangel oder eine Fahrzeugpanne vor. Weil sie angeblich kein Bargeld zur Hand haben, bieten sie ahnungslosen Bürgern Goldschmuck zu vermeintlichen Schnäppchenpreisen an. „Der Schmuck ist aber meist nichts wert. Dabei handelt es sich um billige Massenware aus Fernost“, warnt Elgner. Er rät: „Niemals Schmuck oder sonstige Gegenstände von Unbekannten am Straßenrand kaufen.“

Von Bernd Schossadowski

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