Tätern droht eventuell Haft

Wittingen: Mehrere Ortstafeln im Nordkreis gestohlen - „Die schraubt man nicht so eben raus“

Wittingen, die L 286 aus Richtung Eutzen: Die gestohlene Ortstafel soll demnächst ersetzt werden, die Straßenbehörde hat es mit langen Lieferfristen zu tun.
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Wittingen, die L 286 aus Richtung Eutzen: Die gestohlene Ortstafel soll demnächst ersetzt werden, die Straßenbehörde hat es mit langen Lieferfristen zu tun.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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„Das ist noch alles im Rahmen“ – sagt man gern, wenn die Dinge weitgehend ihre Richtigkeit haben. An diversen Ortseingängen im Nordkreis ist derzeit aber nichts im Rahmen: Der Ortsschild-Klau geht um.

Wittingen – So fehlt die gelbe Tafel beispielsweise in Wittingen an der L 286 – wer aus Richtung Eutzen kommt, wird von einem ersatzweise aufgestellten Tempo-50-Schild begrüßt. Am Ortsausgang nach Suderwittingen verrät derzeit ebenfalls kein gelbes Schild, woher man kommt und wohin man fährt, selbst der Metallrahmen ist weg. Auch in Hankensbüttel ist am Wiethorn die Ortstafel abhanden gekommen.

Die bereits ans IK herangetragene Mutmaßung, die Schilder könnten sich zur Aufhübschung in der Werkstatt befinden, dementiert Henning Schwägermann, Fachbereichsleiter bei der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Wolfenbüttel: „Die sind geklaut worden.“

Als Dummejungenstreich geht solch ein Delikt nicht mehr durch. Autofahrer bemerken bei fehlender Ortstafel unter Umständen nicht mehr, dass sie in einer geschlossenen Ortschaft sind und dass Tempo 50 gilt. Der Diebstahl eines Verkehrsschildes kann gegebenenfalls als gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr gewertet werden – für den Verantwortlichen können bis zu fünf Jahre Haft die Konsequenz sein.

Ein gewisses Maß krimineller Energie gehört ohnehin dazu. „Die Schilder schraubt man nicht mal so eben raus“, meint Uwe Kutz, technischer Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Wittingen. In manchen Fällen müsse man schließlich sogar extra eine Leiter mitbringen.

Davon abgesehen ist der Ersatz nicht ganz billig, ein neues Ortsschild kostet eine kleine dreistellige Summe. Dass die Metallrahmen erst einmal für eine Weile leer in der Gegend herumstehen, hat seinen Grund darin, dass Nachschub nicht sofort zur Hand ist: „Wir bestellen in solchen Fällen umgehend beim Lieferanten“, sagt Schwägermann, „aber die Lieferung kann bis zu zwei Monate dauern.“ Sonderanfertigung halt. Gute Nachricht für Hankensbüttel: Das neue Schild fürs Wiethorn ist gerade geliefert worden und soll nächste Woche montiert werden.

Wittingen und Hankensbüttel sind in Sachen Ortsschild-Klau in illustrer Gesellschaft, das Problem ist ein bundesweites. Wobei die Motivlage nicht immer ganz so einleuchtend ist wie bei Orten wie Ostereistedt (bei Rotenburg) oder Ägypten (bei Osnabrück). Schlagzeilen machte in dieser Sicht auch immer wieder der österreichische Ort Fucking – der Diebstahl von Ortstafeln war für die besonders im angelsächsischen Sprachraum beliebte Gemeinde nur eins von mehreren Problemfeldern, sodass man irgendwann die Nase voll hatte und den Ort nun in Fugging umbenannte. So weit wird es hier sicher nicht kommen müssen.

Im Nordkreis sollen derweil auch mehrere Schilder an Kreisstraßen gestohlen worden sein. Eine entsprechende Anfrage dazu konnte vom Landkreis gestern nicht mehr beantwortet werden. Wer Hinweise zu den Diebstählen geben kann, sollte sich an die Wittinger Polizei wenden: (05831) 25 28 80.

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