Ausstellung kommt nach Wittingen

Die Endlager-Suche - und wie man mitredet

Atommüllfässer werden für die Endlagerung vorbereitet.
+
Noch kennt keiner die Richtung, die der hochradioaktive Atommüll aus deutschen Kraftwerken künftig nehmen soll. Bürger können sich jetzt aber in Wittingen über den Endlager-Suchprozess informieren.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
    schließen

Wittingen – Die Suche nach dem Atommüll-Endlager: Noch ist nichts Zählbares passiert, außer dass eine Handvoll Standorte, die auch die Stadt Wittingen mittelbar oder unmittelbar tangieren würden, zu den 90 sogenannten Teilgebieten gehört, die seit Ende September noch „im Rennen“ sind. Zumindest bei einem Teil von ihnen gilt es als zweifelhaft, dass sie einer weiteren Überprüfung als geeigneter Platz für eine Million Jahre standhalten würden. Aber das wird freilich erst die Zukunft zeigen. So oder so: Die Stadtverwaltung will die Bürger bei dem Thema frühzeitig einbinden und ihnen die Möglichkeit geben, sich über Endlager an sich und die Suche im Speziellen zu informieren.

Vom Mittwoch, 26. Mai, bis zum 30. Juni gastiert daher die Ausstellung „suche:x“ des Bundesamtes für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) in der Stadthalle und ist dort für angemeldete Gruppen zu sehen. Die Präsentation bietet nach Angaben aus dem Rathaus einen schnellen Überblick zu wesentlichen Aspekten der Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle. Warum sucht Deutschland gerade jetzt ein Endlager? Wie läuft die Suche ab? Kann man hochradioaktive Stoffe überhaupt einlagern, ohne Mensch und Natur zu gefährden? Diese und andere Fragen will die Ausstellung beantworten.

Die Beteiligung der Bürger ist fester Bestandteil des Suchprozesses und gesetzlich vorgeschrieben. Die Ausstellung erklärt denn auch, wie sich jeder aktiv an der Endlagersuche beteiligen, Kritik üben und Vorschläge machen kann. Zudem bietet sie eine Einführung in die Themengebiete „Radioaktivität“ und „Friedliche Kernenergienutzung in Deutschland“.

Das BASE reguliert und überwacht die Endlagersuche und organisiert die Öffentlichkeitsbeteiligung. Hintergrundinformationen zum Verfahren und einen Überblick über aktuelle und künftige Beteiligungsmöglichkeiten gibt es auf der zentralen Informationsplattform zur Endlagersuche: www.endlagersuche-infoplattform.de.

Die Ausstellung ist jeden Mittwoch von 10 bis 16 Uhr für Interessierte geöffnet. Weitere Termine sind laut Stadtverwaltung nach Absprache möglich. Terminvereinbarung unter (05831) 2610. Am Mittwoch, 2. Juni, steht Stadtbürgermeister Andreas Ritter in der Stadthalle von 10 bis 14.30 Uhr persönlich für Fragen und Gespräche rund um die Endlagersuche zur Verfügung.

Wer in Pandemie-Zeiten die Ausstellung virtuell erkunden möchte, kann das über die städtische Homepage www.wittingen.eu tun: Unter „Aktuelles/Endlagersuche“ werden Nutzer entsprechend verlinkt und können so erfahren, wo die Abfälle sich gegenwärtig befinden und warum sie unter die Erde sollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare