Gebühr könnte ab 2023 steigen

Die Abwasser-Pläne im Wittinger Stadtgebiet

Ein Schacht in der Ohrdorfer Ortsdurchfahrt.
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Die Erneuerung der Kanalisation in der Ohrdorfer Ortsdurchfahrt ist eins von zwei Projekten, die im südöstlichen Stadtgebiet auf der Agenda stehen.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Ohrdorf – Eine von Ohrdorfer Bürgern gewünschte Info-Veranstaltung zu den Änderungen beim Abwasser wird es nach Angaben des Wasserverbandes Gifhorn nicht geben. Geschäftsführer Andreas Schmidt, dem die Verunsicherung mit Blick auf laufende und künftige Arbeiten bewusst ist, plant stattdessen ein Anschreiben „mit einer ausführlichen Darstellung“ an alle betroffenen Haushalte – auch in anderen Orten des Stadtgebietes, die von der neuen Abwassertransportleitung betroffen sind.

Eine der wichtigsten Fragen, die sich viele Bürger stellen, ist die nach den künftigen Kosten. Da gilt: Wenn der Wasserverband in sein Abwassernetz investiert, wirkt sich der spätere Kapitaldienst für die Kredite auf den Abwasserpreis aus - in diesem Fall wohl konkret ab 2023. Das, so Schmidt, betreffe dann aber nicht nur Ohrdorf, sondern das gesamte Stadtgebiet. Gesplittete Abwasserentgelte für einzelne Orte seien nicht geplant. Die Stadt Wittingen ist einer von acht Geschäftsbereichen im Verbandsgebiet, für die ein eigener Abwasserpreis gilt. Beim Trinkwasser ist das anders, dort gilt ein verbandsweit einheitlicher Preis.

Schmidt betont, dass es sich bei den aktuellen Vorhaben um zwei unterschiedliche Projekte handelt.

• Die neue Abwasserdruckleitung soll, so der Geschäftsführer, einen Teil des Abwassers von Vorhop, Kakerbeck, Suderwittingen, Boitzenhagen (ab 2022), Küstorf, Teschendorf, Schneflingen (ab 2024), Radenbeck (ab 2026) sowie Zasenbeck, Plastau, Ohrdorf (ab 2028) zur Wittinger Kläranlage führen. Schmidt: „Aus den Klärteichen werden Mischwasserrückhaltebecken, die nur noch bei größeren Regenereignissen Abwasser aufnehmen.“ Größere Regenwassermengen würden somit nicht nach Wittingen gepumpt.

Das Abwasser werde nicht von Ort zu Ort und durch die jeweilige Ortskanalisation geleitet, sondern bleibe im geschlossenen System der Druckleitung. Schmidt erläutert: „Wie in allen betroffenen Ortschaften muss auch in Ohrdorf das gesamte anfallende Abwasser zu einem neuen Pumpwerk geleitet werden, dieses wird im Bereich des östlichen Ortsrandes gesetzt werden.“ Die genaue Lage sei noch offen. Vom Pumpwerk werde die Abwasserdruckleitung über Vor dem Busche, Hauptstraße, Heidweg, Eichelkamp und Mahnburger Weg bis zur Hauptdruckleitung geführt.

• In Ohrdorf wird zudem die Hauptstraße saniert, eine Maßnahme, die noch in diesem Jahr beginnen soll. Aus Synergie-Gründen erneuert der Wasserverband bei dieser Gelegenheit den Mischwasserkanal und die entsprechenden Grundstücksanschlüsse inklusive Übergabeschacht auf dem Grundstück. „Es bleibt bei einem Mischwasserkanal, ein Trennsystem ist keine wirtschaftliche Alternative“, erklärt Schmidt, der betont: „Dort, wo keine Sonderwünsche bestehen oder Änderungen an der privaten Grundstücksentwässerungsanlage erforderlich werden, entstehen keine einmaligen Kosten für die Grundstückseigentümer.“ Das Ganze werde vor Ort mit den betroffenen Eigentümern besprochen. Das gelte auch für den Kanal in der Straße „Vor dem Busche“. Baubeginn sei dort wahrscheinlich nicht vor 2023.

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