Deutliches Ja zu QiN

Mehr Pep durch QiN? Nun müssen nur noch Ideen – und freilich auch ein wenig Geld – sprudeln.

Wittingen - Von Holger Boden. Uwe Hoppmann (CDU) wollte erkennbar für QiN kämpfen – doch das wäre am Mittwochabend im Wirtschaftsförderungsausschuss der Stadt Wittingen vermutlich gar nicht nötig gewesen. In den Reihen des Ausschusses gab es niemanden, der die Teilnahme an der Quartiersinitiative, die die Innenstadt attraktiver machen soll, in Frage stellen wollte.

Dabei hätte das ja durchaus sein können: Soll man 27 000 Euro aus dem Stadtsäckel für eine halbjährige Planungsphase aufbringen, die am Ende vielleicht verpufft, weil vom Land kein Geld mehr für die Umsetzung der dann erarbeiteten Maßnahmen fließt? Solche Fragen muss sich ein Lokalpolitiker durchaus stellen. Doch schnell wurde klar: Hoppmanns leidenschaftliches Plädoyer für QiN würden seine Parteikollegen wie auch die anderen Fraktionen sofort unterschreiben.

Denn die Lage ist offenbar ernst, und die Beurteilungen ähneln sich: „Das ist einer der letzten Versuche, Bewegung in die Innenstadt zu bekommen“, meinte FWG-Fraktionschef Dr. Thomas Weiland. „Wir haben keine andere Chance“, sekundierte SPD-Mann Friedrich Grebe. „Eine der letzten Chancen, wir sollten sie beim Schopf packen“, urteilte auch der HGV-Vorsitzende Heinz-Günter Buhr. Denn sonst, so Buhr, „ist es irgendwann zu spät und wir haben nur noch Altersheime und Pflegedienste“. Der HGV-Chef brachte das Signal mit, dass es aus den Reihen seines Vereins Unterstützung für die Quartiersinitiative gebe.

Nun bleibt abzuwarten, welche Stoßrichtung QiN haben wird. Für Hoppmann steckt mehr dahinter „als nur größere Gewerbeflächen und mehr Außengastronomie“. Er verwies auf das Beispiel Einbeck, wo mit QiN bereits Erfolge erzielt worden seien, etwa beim Innenstadtmanagement und bei der Außendarstellung.

Weiland betonte derweil, dass der Kernpunkt aus seiner Sicht die „überkommene Immobilienstruktur“ sein müsse, die „der heutigen Nachfrage nicht gerecht wird“ – für ihn lautet das Hauptziel, aus kleinen Einheiten größere zu machen, die für den Handel interessant sind.

Die Verwaltung legte noch in der Sitzung einen in Günter Kruses Wirtschaftsamt erarbeiteten Katalog mit denkbaren Handlungsansätzen vor – ein deutlicher Beleg dafür, welche Priorität das Thema im Rathaus besitzt.

Offen ist nach dem einstimmigen Votum für QiN noch, wann die Konzeptphase richtig losgeht. Die Stadt muss noch aus acht externen Beratungsfirmen auswählen, von denen eine den Prozess betreuen soll. Die Entscheidung soll der Verwaltungsausschuss treffen. „Man müsste schnell Nägel mit Köpfen machen“, sagte Stadtbürgermeister Karl Ridder.

Da hat er Recht, denn der sechsmonatige Zeitraum für die QiN-Überlegungen beginnt offiziell – heute.

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