Region Braunschweig: Seit 2010 hat ein Fünftel der Einzelhändler dichtgemacht

Deutlich weniger Läden

Etwas mehr Verkaufsfläche, deutlich weniger Läden: Der Einzelhandel in der Region ist im Umbruch. Foto: dpa
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Etwas mehr Verkaufsfläche, deutlich weniger Läden: Der Einzelhandel in der Region ist im Umbruch.

Braunschweig. Die Zahl der Einzelhandelsbetriebe in der Region Braunschweig ist in den letzten sieben Jahren drastisch gesunken.

Waren im Jahr 2010 zwischen Hankensbüttel im Norden und Braunlage im Süden noch rund 7200 Geschäfte erfasst, so ist ihre Zahl im Bereich des Regionalverbandes Braunschweig inzwischen auf 5800 zurückgegangen.

Das geht aus Daten hervor, die der Regionalverband für die Fortschreibung des Regionalen Einzelhandelskonzeptes erhoben hat. Mit dem Konzept sollen Versorgungsstrukturen analysiert und gegebenenfalls gesteuert werden.

Der Rückgang der Betriebe um knapp ein Fünftel bedeutet nicht unbedingt, dass weniger gekauft wird – die Zahlen stehen eher für eine zunehmende Konzentration des Angebots. Denn die Verkaufsfläche ist im gleichen Zeitraum von 1,97 auf rund 2 Millionen Quadratmeter leicht gestiegen. Die aktuellen Daten wurden im Juni erfasst, der Regionalverband hat damit das Büro Stadt+Handel beauftragt.

Bei der schrumpfenden Zahl von Geschäften sieht der Regionalverband für das Braunschweiger Land „Parallelen zu den bundesweiten Entwicklungstrends“. Über den Einfluss des seit 2010 stark gestiegenen Konsums über das Internet trifft der Regionalverband bisher keine Aussagen.

An mangelnder Kaufkraft liegt der Rückzug vieler Geschäfte jedenfalls nicht. In dieser Hinsicht liegt die Region leicht über dem Landesdurchschnitt. Allerdings ist das Kaufkraftniveau innerhalb der Region sehr unterschiedlich: So ist nach Angaben des Regionalverbands in Wolfsburg und der unmittelbaren Umgebung ein sogenannter „VW-Effekt“ auszumachen, der sich in einem deutlich erhöhten Kaufkraftniveau widerspiegelt. Im Landkreis Goslar zeige sich dagegen ein unterdurchschnittlicher Wert.

In der Samtgemeinde Brome liegt die Kaufkraft bei über 105 Prozent (Bundesdurchschnitt = 100 Prozent). Die Samtgemeinden Hankensbüttel und Wittingen weisen einen Wert zwischen 95 und 99,9 Prozent auf, in Wesendorf liegt er zwischen 90 und 94,9 Prozent.

Von Holger Boden

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