Heimatvereins-Vorsitzender präzisiert Pläne für Haus Kreyenberg

„Das wird gehen“

Heimatverein sieht Stadt in der Pflicht: Dr. Alfred Stein vor Haus Kreyenberg. Foto: Boden

Wittingen. Eine Grenzland-Ausstellung als Herzstück, dazu eine „Schusterstube“, Infos zur Region und öffentliche Toiletten – so in etwa stellt sich der Wittinger Heimatverein die Zukunft von Haus Kreyenberg vor. Der Vorsitzende Dr.

Alfred Stein hat jetzt die Pläne gegenüber dem IK präzisiert.

Stein sieht in dem alten Gebäude eine potenzielle Anlaufstelle für Touristen. Auch für Zwecke des Kulturvereins, etwa eine Ausstellung mit Werken der Lübener Künstlerwoche, könne ein saniertes Haus Kreyenberg geeignet sein, und selbst das in Knesebeck geplante Böttchermuseum könne man „komplett hier unterbringen“. Dieser Schritt biete den Vorteil, dass statt zweier größerer Investitionen nur eine nötig werde.

Der Heimatvereins-Chef plädiert dafür, dass auch der Anbau aus dem 18. Jahrhundert, der sich zwischen dem ältesten Gebäudeteil und dem ehemaligen Rossmann-Markt befindet, erhalten bleibt: „Wir brauchen genug Räumlichkeiten für Ausstellungen.“ Dass einige Räume von Haus Kreyenberg als sehr niedrig gelten, sieht Stein nicht als Problem an: „Das wird gehen.“ Das öffentliche WC soll den Überlegungen zufolge durch Außentüren permanent erreichbar sein.

Für Stein ist dabei klar, dass das Vorhaben nur mit Mitteln der öffentlichen Hand gelingen kann: „Es geht nicht anders.“ Öffentliche Gelder seien früher schon mal für den Erhalt des alten Gebäudes geplant gewesen, zu dieser Haltung müsse man zurückfinden.

Die Wittinger dürfen gespannt sein, wie sich die neuen Mehrheiten im Stadtrat ab November auf die Diskussion um Haus Kreyenberg auswirken werden. Die bisherige SPD-FWG-Mehrheit hatte mit Verweis auf dringende Aufgaben im Bereich Soziales/Familie stets ein finanzielles Engagement der Stadt abgelehnt. Nun, nach der Kommunalwahl, wird es wohl keine Mehrheit ohne CDU-Beteiligung geben – und die Christdemokraten hatten sich für städtische Investitionen offen gezeigt. Fraglich ist allerdings, ob sich ein Koalitionspartner findet, der das in Zeiten knapper Kassen mittragen will.

Anders als der jüngst gegründete Freundeskreis für Haus Kreyenberg hat der Heimatverein nach Steins Angaben keinen Kontakt zum Besitzer des Hauses. Dafür sei man aber auf anderer Ebene im Prinzip schon recht weit: Im Junkerhof gebe es Grenzland-Exponate, die auf eine Verwendung warten, und im Bestand des Heimatvereins befänden sich auch die Original-Gegenstände aus dem Nachlass zweier Wittinger Schuster. Mit einem Museum könne es in dieser Hinsicht daher „losgehen“.

Von Holger Boden

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