Wasserverband handelt in der Knesebecker Schützenstraße

Knesebeck: Das vierte Leck lässt das Fass überlaufen

Der Knesebecker Rohrbruch vom 4. August.
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In der Knesebecker Schützenstraße mittlerweile kein seltener Anblick: Wasserflächen nach einem Rohrbruch.
  • Holger Boden
    VonHolger Boden
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Knesebeck – Nun soll es ziemlich schnell gehen: Nach einem erneuten Rohrbruch in der Knesebecker Schützenstraße will der Wasserverband Gifhorn die Trinkwasserleitung möglichst kurzfristig erneuern. Das Problem mit dem Regenwasser soll ebenfalls behoben werden – dafür ist allerdings etwas mehr Vorlauf nötig, voraussichtlich werden die Arbeiten erst 2023 abgeschlossen werden können. Die Anwohner müssen also mit zwei Baustellen innerhalb von zwei Jahren rechnen.

Das wollte der Wasserverband eigentlich vermeiden. Der Plan war, beide Probleme auf einmal zu beseitigen. Dass nun am 4. August gegen 20 Uhr erneut Wasser aus der Erde sprudelte, hat aber sozusagen das Fass zum Überlaufen gebracht. Die Anwohner haben den vierten Rohrbruch in diesem Jahr gezählt. „Die Trinkwasserleitung wird sofort ausgetauscht“, sagt Wasserverband-Geschäftsführer Andreas Schmidt. „Das Rohr ist ganz offensichtlich hin.“

Die Vorarbeiten für die neue Leitung laufen, und möglichst noch dieses Jahr soll Baubeginn sein, eine schnelle und erfolgreiche Auftragsvergabe vorausgesetzt. Es geht um rund 800 Meter, das sei, so Schmidt, „kein Pappenstiel“.

Für das Regenwasser ebenfalls gleich ein neues Rohr einzubauen, wird nicht funktionieren – dafür ist ein aufwändigerer Planungsprozess nötig, wie Carmen Otten, Leiterin der Abteilung Netzbetrieb beim Wasserverband, am Montagabend dem Wittinger Bauausschuss erläuterte. Doch habe sich nach den wiederholten Überstauereignissen die Erkenntnis durchgesetzt: „Die Belastungsgrenze der Anlieger ist überschritten.“ Die haben sich in der Schützenstraße zum Teil mit Hochwasserschotten gewappnet (das IK berichtete), bei Starkregen bahnt sich das Wasser seinen Weg in Häuser, Höfe werden zu Seen.

Und 4,70 Meter Höhenunterschied vom südlichen Teil der Schützenstraße bis zu Haus Nummer 8 machen auf nicht ganz 500 Metern Distanz schon einen gewaltigen Unterschied auf dem ansonsten flachen Land, wie Otten erläuterte. Daher sehe man in vielerlei Hinsicht Handlungsbedarf. Neben dem offenkundig nicht ausreichenden Rohr unter der Fahrbahn sei auch die Straßenentwässerung suboptimal, die Straße habe zum Teil „ein ungünstiges Profil“. Die Botschaft des Wasserverbandes an die Stadt: Auch in Sachen Straßenbau ist was zu tun.

Otten skizzierte auch, dass im Leitungssystem unter der Schützenstraße nicht nur das Wasser aus der Straße selbst ankommt, sondern aus einem deutlich größeren Einzugsgebiet. Die Wassermengen bei Starkregen könne man nicht unbegrenzt in den Beck einleiten: „Wir müssen das Wasser drosseln.“ Daher sehe die Planung den Bau eines Regenwasserrückhaltebeckens in der Nähe des Baches vor.

Ein solches Becken als Puffer bei Platzregen soll auch das geplante neue Baugebiet an der Feldstraße bekommen, dessen Regenwasser ebenfalls über den Kanal unter der Schützenstraße ablaufen soll. Entsprechend leistungsfähig soll die Kanalisation ausgelegt werden. Das Baugebiet ist bislang planerisch noch nicht komplett in trockenen Tüchern. Kosten für die Regenwasserleitung würden, so hieß es am Montagabend, auch auf das neue Areal umgelegt werden.

In einer ersten Schätzung geht der Wasserverband von 1,3 Millionen Euro Gesamtkosten aus. Die Stadt müsste dabei einen 50-prozentigen Anteil tragen. Der Verband will nun den nötigen Grunderwerb für das Rückhaltebecken vorantreiben und rechnet mit Blick auf Planung und Genehmigung damit, dass die Arbeiten an der neuen Regenwasserleitung nicht vor Frühjahr 2022 beginnen können. Fertig sein soll sie im Sommer 2023.

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