Zeitzeugen-Dokumentation über „Flieger im Isenhagener Land“ in Arbeit

Dann sind sie hier geblieben

Die Junkers Ju 88 war eines der Standard-Kampfflugzeuge der Luftwaffe des Deutschen Reiches. Auch das Kampfgeschwader 66 in Dedelstorf flog Einsätze mit Maschinen dieses Typs. Foto: privat

Isenhagener Land. September 1944: Die erste Gruppe des Kampfgeschwaders 66, eines Spezialverbands der Luftwaffe, wird aufgrund des alliierten Vormarsches aus Frankreich auf den Fliegerhorst Dedelstorf verlegt.

Viele Besatzungsmitglieder des Geschwaders bleiben auch nach Kriegsende und werden im Isenhagener Land sesshaft. Ihre Geschichte soll jetzt in einer neuen Zeitzeugen-Dokumentation der Medienwerkstatt Isenhagener Land festgehalten werden.

„Das Wirken dieser Flieger soll nicht in Vergessenheit geraten“, erklärt Gerhard Lindner aus Räderloh, der die Idee zum Film „Flieger im Isenhagener Land“ hatte und das Projekt koordiniert. Hauptsächlich soll es laut Lindner dabei nicht um Kriegserlebnisse gehen. Vielmehr soll der Film klären, woher die Flieger stammen, wie sie zur Fliegerei und zum Kampfgeschwader 66 kamen – und warum sie in der Region blieben. Viele der Flieger seien zu „Zugpferden für die Region“ geworden, meint Ulrich Willier von der Medienwerkstatt Isenhagener Land. So wie Dr. Rudi Prasse, den es nach Kriegsende und Gefangenschaft nach Groß Oesingen verschlug. Genau wie auch Harry Wende aus Hattingen (Ruhrgebiet) gehörte er dem Kampfgeschwader 66 an.

Gemeinsam berichten sie im Film über die Flieger, die hier blieben, und über die damaligen Geschehnisse. Möglicherweise gebe es noch weitere Zeitzeugen, so Willier. Über diese habe man allerdings keinerlei Informationen. Auch der Zahrenholzer Heimatforscher Heinrich Müller unterstützt das Projekt. Außerdem berichtet der Groß Oesinger Manfred Trunt als mittelbarer Zeitzeuge über seinen Vater Paul Trunt. Dieser gehörte der Besatzung von Wende – damals Flugzeugführer – an.

Finanziert werden soll das Filmdokument durch Sponsoren, die nach wie vor gesucht werden. „Darum kümmert sich Gerhard Lindner. Wir wären absolut außerstande, auch noch Sponsorensuche zu betreiben“, so Willier, der die Medienwerkstatt seit langem in eine gemeinnützige GmbH für Bildung und Kultur zu integrieren versucht. „Damit unsere Arbeit eine kontinuierliche Basis hat und wir wissen, ob wir weitermachen können.“

Von Alexander Täger

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