Landfrauen-Kreisverband holt Container für Probemonat nach Wittingen

Co-Working auf dem Wittinger Marktplatz

Auf dem Wittinger Marktplatz soll im Mai nicht nur das Plätschern des Brunnens, sondern auch das Klappern von Tastaturen im Co-Working-Büro zu hören sein.
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Auf dem Wittinger Marktplatz soll im Mai nicht nur das Plätschern des Brunnens, sondern auch das Klappern von Tastaturen im Co-Working-Büro zu hören sein.

Wittingen – Der Arbeitsplatz auf dem Marktplatz? Im Mai wird das möglich: An zentraler Stelle wird in Wittingen ein Container aufgestellt, der mit digitalen Arbeitsplätzen ausgestattet sein wird.

Ein „Co-Working-Space“ auf Zeit: Einen Monat lang soll erprobt werden, ob solch ein Angebot sich als dauerhafte Einrichtung im Nordkreis etablieren sollte.

Wittingen ist einer von drei Gewinnern eines Wettbewerbs des Niedersächsischen Landfrauenverbandes. Unter der Überschrift „CoWork: für Dich – fürs Land!“ sollten die teilnehmenden Regionen ihre Vision von Arbeiten und Leben im ländlichen Raum vorstellen. Der Gifhorner Kreisverband der Landfrauen hat mit seinem Konzept überzeugen können. Neben Wittingen sind Schneverdingen und Bolzum (bei Hildesheim) die Gewinner.

„Wir haben die Bewerbung konkret für den Standort Wittingen eingereicht“, erläutert die Kreisverbandsvorsitzende Ilsemarie Dralle (Schwülper) auf IK-Anfrage. Der Grundgedanke sei gewesen, im ländlichen Raum neue Angebote zu schaffen, um Wege ins Büro zu verkürzen – ein Thema, das für den Nordkreis interessant ist.

Im und am Container soll es nach Angaben des niedersächsischen Sozialministeriums diverse Aktionen geben, um die Bürger auf Vorteile dieser Form des mobilen, flexiblen Arbeitens aufmerksam zu machen. „Solchen Arbeitsorten, die gleichzeitig als soziale Treffpunkte fungieren, gehört die Zukunft, und sie erleichtern die Vereinbarkeit von Beruf und familiären Verpflichtungen“, meint Ministerin Dr. Carola Reimann. „Für Familien sind sie ein Anreiz, im ländlichen Raum zu bleiben. Denn ohne das tägliche Pendeln zwischen dem Wohn- und Arbeitsort bleibt auch mehr Zeit für die partnerschaftliche Betreuung von Kindern, Pflege von Angehörigen und fürs Ehrenamt.“

Reimann glaubt, durch die Pandemie habe sich die Akzeptanz von flexiblen Arbeitsorten deutlich erhöht. Und gleichzeitig fehle es vielen bei längeren Phasen im Homeoffice an sozialem Austausch und professioneller Arbeitsumgebung. Co-Work-Räumlichkeiten könnten entsprechende Kontakte ermöglichen.

„Mal sehen, was daraus wird“, sagt Dralle, die nun mit Spannung auf den Wittinger Container-Monat wartet. Sie ist überzeugt, dass es den Wettbewerb wohl auch ohne die Pandemie gegeben hätte, das Thema habe ohnehin in der Luft gelegen. Zunächst einmal stehe der Container nur Frauen offen. Sollte sich solch ein Angebot etablieren, dann könne es möglicherweise, je nach Träger, auch ausgeweitet werden. Dass so etwas funktionieren kann, zeige ein existierendes Beispiel bei Wolfenbüttel.

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