Neuer Wittinger Ortsrat diskutiert am Dienstag über Fällung und Alternativen

Chance für Freibad-Linde?

Fällung umstritten: Der Ortsrat trifft nächste Woche eine Entscheidung zur Linde am Freibad. Foto: Boden

Wittingen. Eine Linde steht mal wieder im Fokus, wenn sich der Wittinger Ortsrat am Dienstag, 15. November, zur Sitzung trifft (19 Uhr, Rathaus). Muss der ortsbildprägende Baum am Freibad fallen – oder bekommt er noch eine Chance?.

Die Zeichen standen schon deutlich auf Fällung, doch nun sind Alternativen im Spiel. Klar ist: Aus städtischer Sicht birgt der Zustand des Baumes Handlungsbedarf. „Wir müssen wegen unserer Verkehrssicherungspflicht tätig werden“, sagt Bauamtsleiter Albert Soltau. Die Linde ist teilweise hohl und hat, so heißt es in der Vorlage für den Ortsrat, „auch andere Schwachstellen“.

Inzwischen ist aber über den BUND auch der Landkreis Gifhorn als Untere Naturschutzbehörde in den Fall eingeschaltet worden. Fachbereichsleiterin Antje Präger sagt: „Wir würden die Linde gern erhalten.“ Es handele sich um einen „Baum mit Höhle“, was es nicht allzu häufig gebe. Eine solche Höhle sei Lebensraum für Hornissen, Fledermäuse und andere Tiere.

Prägers Behörde hat deshalb vorgeschlagen, eine Kopflinde daraus zu machen. Das sehe zunächst merkwürdig aus, doch wenn das Kronengewicht weg sei, sei auch die Verkehrssicherung wieder hergestellt. Ein Umfallen des Baumes sei nicht zu befürchten.

Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann ist die von Präger genannte Option schon geläufig: „Das sieht dann nicht mehr nach Baum aus“, glaubt er. Gleichwohl tendiere er persönlich zum Erhalt der Linde. Er plädiere dafür, zusätzlich ganz in der Nähe eine neue zu pflanzen, die habe dann schon mal Zeit, groß zu werden.

Gegen eine Fällung wendet sich nach wie vor Friedrich O. Winkelmann. Der prägende Charakter des Baumes solle es der Stadt wert sein, etwas Geld für einen Erhalt in die Hand zu nehmen, findet der Jurist. Auch er bringt eine „B-Linde“ ins Spiel, die an anderer Stelle gepflanzt und später umgesetzt werden könne. Der langjährige FWG-Politiker wird allerdings bei der Abstimmung am Dienstag seine Hand nicht mehr heben dürfen, da er im neuen Ortsrat kein Mandat mehr hat.

Er erkenne an, dass die Linde hohl ist und beobachtet werden müsse, sagt Winkelmann und schlägt vor, dass die Stadt in ein Gerät investiert, das Kernbohrungen ermöglicht. Gleichzeitig wiederholt er seine Forderung nach einem Baumkataster. Abzuwarten bleibt, ob – und wenn ja durch wen – solche Ansätze im neuen Ortsrat vertreten werden.

Wie viel den Wittingern wirklich an ihrer Freibad-Linde gelegen ist, ist für Winkelmann allerdings auch unklar: Eine von ihm initiierte Unterschriftensammlung hatte nur 70 Unterschriften gebracht: „Damit kann man nicht hausieren gehen.“

Von Holger Boden

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