Stadthalle: Handlungsbedarf soll 2012 skizziert worden sein / Koch: Klang „nicht akut“

CDU: Marodes Dach war bekannt

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Neue Baustelle Flachdach: die Wittinger Stadthalle.

bo Wittingen. Auch vor der gerade abgeschlossenen Teilsanierung der Wittinger Stadthalle war eine Dachsanierung schon ein Thema – das hat jetzt der CDU-Politiker Uwe Hoppmann betont.

Er reagiert damit auf einen IK-Bericht über 180 000 Euro, die laut dem aktuellen Etat-Entwurf für 2016 für das Dach der Stadthalle vorgesehen werden sollen.

Nachdem diese Summe in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses durchgewunken wurde, hatte dessen Vorsitzender Hans-Heinrich Koch (SPD) dem IK gegenüber erläutert, dass in der Bauphase aufgrund einer Undichtigkeit an einem Dachfenster eine Dachsanierung auf die Tagesordnung gekommen sei. Hoppmann betont nun: Schon bei einer gemeinsamen Begehung der Ausschüsse für Bauen und Wirtschaft am 22. Mai 2012 sei festgestellt worden, dass das Flachdach oberhalb von Foyer, Restaurant und Küche sanierungsbedürftig ist. Die während der Bauphase in diesem Jahr bemerkte Undichtigkeit habe über den Umkleideräumen gelegen, ohne räumlichen Bezug zum maroden Flachdach. Aufgrund der Förderung durch Leader sei, so Hoppmann, eine Abschnittbildung nötig gewesen – was die Flachdachsanierung ausgeschlossen habe. Die Obergrenze von 1,7 Millionen Euro sei für Koch seinerzeit nicht diskutabel gewesen.

Koch hat andere Erinnerungen an die Begehung im Mai 2012: Der Planer habe damals erläutert, dass „wir irgendwann an das Dach ran müssen. Aber nicht, dass wir da jetzt ranmüssen“. Der Handlungsbedarf habe daher für ihn „nicht akut“ geklungen. Deshalb müsse man nun auch nicht nachträglich über mehr Geld diskutieren, das man bereits hätte einplanen können. Das Protokoll der Bauausschusssitzung vom 24. Juni 2013 führt zum Thema Stadthalle auf, dass „mittelfristig mit weiteren Kostenbelastungen (z.B. Dachsanierung) zu rechnen ist“ – was immer „mittelfristig“ hier heißt. Sollten sukzessive noch weitere Teilsanierungen nötig werden, wirft das ein neues Licht auf die vor der Sanierung geführte Diskussion über einen möglichen Neubau. Der wurde nicht nur von Koch, sondern auch von der CDU als zu teuer verworfen. Neubaukosten wurden stets mit den –letztlich von einer breiten Mehrheit mitgetragenen – 1,7 Millionen verglichen. Diese Summe könnte 2016 immerhin schon auf vorerst knapp 1,9 Millionen Euro steigen.

Von Holger Boden

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