Politik einigt sich auf Ausbauvariante

Carl-Peters-Straße in Wittingen: Aus Tempo 10 wird nichts

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Die Carl-Peters-Straße: Die Zeit für den Ausbau ist auf rund acht Monate veranschlagt – die Anlieger sind von dem langen Zeitraum nicht begeistert.

Wittingen – Ein bisschen war es wie die Suche nach der eierlegenden Wollmilchsau, als der Wittinger Verkehrsausschuss am Dienstagabend über die beste Ausbauvariante für die Carl-Peter-Straße beriet.

Beidseitig befestigte Gehwege, von denen zumindest einer ziemlich breit sein muss, dazu eine Fahrbahn, die auch einem breiten SUV die Begegnung mit einem Müllfahrzeug möglich macht, schließlich am besten noch ein Streifen für Radfahrer, und parken soll man auch noch können, das ist vor allem für die Besucher der Arztpraxis wichtig. Und die arme Fahrbahn ist samt Fußwegen nur knapp neun Meter breit.

Nach 90 Minuten intensiver Diskussion gab es dann ein 7:1: So fiel das Votum für eine Variante aus, die die wesentliche Struktur der Straße beibehält – was im Prinzip den Wünschen der Anlieger entspricht. Die Fahrbahn soll 5,50 Meter breit bleiben, die Ostseite bekommt einen 2,50 Meter breiten befestigten Gehweg, für die andere Seite bleibt ein knapp 1 Meter breiter Bürgersteig übrig.

2,50 Meter im Osten – das halten die Anwohner eigentlich für „übertrieben“, wie ihr Sprecher Hans Messerschmidt darlegte. Planer Thomas Hinz vom Ingenieurbüro ITH verwies allerdings darauf, dass die intensive Nutzung durch Schüler die Breite erforderlich mache: „Die rangeln auch mal.“ Und dann soll niemand vor ein Fahrzeug stolpern.

Ein neuralgischer Punkt in der Planung ist auch die häufige Querung der Straße durch Schüler, die zwischen den beiden IGS-Standorten an Spittastraße und Rammestraße pendeln. Die Politik wollte am liebsten Tempo 10 im Bereich des am stärksten frequentierten Bereiches in Höhe Realschulweg, doch das ist mit Blick auf die StVO beim Landkreis als Verkehrsbehörde nicht durchzusetzen. Zum Schutz der Schüler soll es eine breite Aufpflasterung geben, auch an beiden Enden der Carl-Peters-Straße sind solche „Huckel“ vorgesehen.

Die ganze Straße als verkehrsberuhigten Bereich auszuweisen, gehe nicht, hieß es in der Sitzung – für die nötigen Verschwenkungen sei es zu eng. Letztere soll es nun in kleinerem Stil geben, mit Hilfe von Pflanzinseln. Allzu viele wird es mit Rücksicht auf die Grundstückseinfahrten nicht geben können. Bei Tempo 30 wird künftig auf einsichtige Autofahrer gehofft, was laut Messerschmidt nicht der heutigen Realität entspricht: Mancher nutze das Viertel, um mit hohem Tempo die beiden innerstädtischen Ampelkreuzungen zu umfahren.

Für einen Radweg oder -streifen blieb am Ende auch kein Platz übrig, darum stimmte Peter Lindwor (CDU) auch gegen die Variante. Er hatte sich vehement für mehr Radfahrerfreundlichkeit eingesetzt. Ein Fahrradstreifen wäre aber nicht mit dem Parken am Fahrbahnrand vereinbar gewesen.

Hinz skizzierte einen Kostenrahmen von bis zu 627 000 Euro, der nun nach den aktuellen Wünschen der Politik noch einmal neu gerechnet wird. Einen Teil davon wird der Wasserverband tragen, der sein Leitungsnetz unter der Straße erneuert. Baubeginn soll, wenn alles glattgeht, im September sein. Und ja, so der Ingenieur auf Nachfrage, das ganze Projekt werde durchaus vergleichbar sein mit dem Ausbau der Spittastraße. Das hört man in Wittingen nicht so gern.

VON HOLGER BODEN

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