„Mit Heidesand beglückt“

Carl-Peters-Straße in Wittingen: Anlieger sieht noch Handlungsbedarf

Gelber Sand links und rechts der Fahrbahn auf Höhe der IGS-Sporthalle (unten), ansonsten wechselt Schotter mit gepflasterten Abschnitten: Anlieger Hans Messerschmidt glaubt, dass es kein Zufall ist, wenn Fußgänger in der Carl-Peters-Straße die Fahrbahn benutzen.
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Gelber Sand links und rechts der Fahrbahn auf Höhe der IGS-Sporthalle (unten), ansonsten wechselt Schotter mit gepflasterten Abschnitten: Anlieger Hans Messerschmidt glaubt, dass es kein Zufall ist, wenn Fußgänger in der Carl-Peters-Straße die Fahrbahn benutzen.
  • Holger Boden
    vonHolger Boden
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Seitens der Stadt ist das Thema durch – doch für Hans Messerschmidt gibt es in der Carl-Peters-Straße nach den Arbeiten an Kanalisation und Fahrbahn durchaus noch weiteren Handlungsbedarf.

Wittingen – Die buckelige Oberfläche? Sei ihm noch gar nicht besonders aufgefallen, sagt der Anlieger, und es gehe ihm auch nicht darum, großen Ärger zu machen. Doch mit Blick auf Gehwege und Geschwindigkeit müsse noch nachgebessert werden.

Messerschmidt hat schon bei anderen Gelegenheiten als Sprecher der Anwohner fungiert. In Anliegerversammlungen seien alle für einen Ausbau der Gehwege gewesen. Der sei nun nicht erfolgt, doch man müsse sich die Frage stellen, ob das Geld nicht zur Verfügung gestanden hätte, wenn im Vorfeld auf eine aufwändige Planung durch ein externes Büro verzichtet worden wäre: „Wir Anlieger waren von Anfang an für Kostenminimierung und gegen eine Wiederholung des Aufwands, der in der Spittastraße betrieben wurde. Aber hier ließ man sich erst Planungen mit Varianten von a bis g vorlegen, und dann blieb doch alles beim Alten.“

Was Messerschmidt nun besonders stört, ist der Zustand der Nebenanlagen auf Höhe der IGS-Sporthalle. „Man hat uns dort mit Heidesand beglückt, dort kann auf rund 60 Metern Länge niemand laufen.“ Auch auf der gegenüberliegenden Seite fehle der Gehweg komplett.

Die Gesamtsituation – Sand wechselt mit Pflaster wechselt mit Schotter – führe dazu, dass die Straße als Fußweg benutzt wird, sagt Messerschmidt, der solches beobachtet und im Bild festgehalten hat. In dem Zusammenhang mahnt er die Verantwortung der Stadt für die Verkehrssicherheit an, gerade auch mit Blick auf die IGS-Schüler – denn trotz Tempo-30-Zone werde, so sein Eindruck, in der Carl-Peters-Straße vielfach zu schnell gefahren. Und das werde nun, nach Beseitigung der Schlaglöcher, wohl noch zunehmen.

Mehr Mittel gegen Raser?

Messerschmidt ist überzeugt: Von der Bahnhofstraße her wird die Tempo-30-Beschilderung von vielen Autofahrern nicht richtig wahrgenommen. Er plädiert für eine entsprechende Kennzeichnung auf der Fahrbahn. Zudem müsse man sich fragen, ob nicht Bremsschwellen angezeigt wären.

Stadtbürgermeister Andreas Ritter sagt derweil auf IK-Anfrage, das Thema Carl-Peters-Straße sei aus Sicht des Rathauses abgehakt. Wenn Fußgänger die Fahrbahn benutzen, dann könne es dafür diverse Gründe geben, über die sich nur spekulieren lasse. Ein Ausbau der Gehwege sei „schwer zu verkaufen“, da es keine Ausbaubeiträge gebe: „Andere Anlieger in anderen Straßen haben sich an den Kosten beteiligen müssen. Und wir haben weitere Straßen, deren Gehwege so hergerichtet sind wie an der Carl-Peters-Straße.“

„Ortsrat ohne Lobby“

Ortsbürgermeister Matthias Rönneberg sagt derweil, er sei voll auf der Seite Messerschmidts und der übrigen Anlieger: „Was da mit den Nebenanlagen passiert ist, ist eine Riesensauerei.“ Er bemängelt, dass die städtische Politik dem Ortsrat in dieser Sache nicht gefolgt ist. Messerschmidt moniert ebenfalls, dass der Ortsrat keine Lobby habe. Die Argumentation in der Stadtpolitik gegen einen Gehweg-Ausbau sei „vorwiegend aus Knesebeck“ gekommen.

Eine Beschriftung der Straße mit dem Tempo-30-Zeichen gehöre zu den Forderungen, die der Ortsrat formuliert habe, sagt Rönneberg. Jetzt, da die Fahrbahn fertig ist, bleibe abzuwarten, ob sich da etwas tut. Das Argument der Anliegerbeiträge will Rönneberg nicht gelten lassen: Ihm – und auch in öffentlicher Sitzung – sei von der Verwaltung mehrfach bestätigt worden, dass es sich nicht um einen Erstausbau handele.

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