Konzert mit der Dirigentin Franziska Kuba und dem Vox Perpetua Ensemble in Wittingen

Buxtehude geht unter die Haut

„Bach klingt immer gut, aber bei Buxtehude muss man genau wissen, was man tut“, sagt die Dirigentin Franziska Kuba.
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„Bach klingt immer gut, aber bei Buxtehude muss man genau wissen, was man tut“, sagt die Dirigentin Franziska Kuba. 

Wittingen. Die Leidenschaft zur Musik entwickelt Franziska Kuba schon früh. Mit fünf Jahren fängt die Wittingerin an, Klavier zu spielen. Doch ihre wahre Leidenschaft wird der Gesang.

„Die Liebe zur klassischen Musik entwickelte sich, als ich das erste Mal beim Landesjugendchor Niedersachsen mitmachte“, erinnert sich die 27-jährige Dirigentin, die am Sonntag, 11. November, zusammen mit dem Leipziger Ensemble Vox Perpetua um 17 Uhr in der Wittinger St. Stephanuskirche auftritt. Dort setzt sich das Ensemble mit Hilfe von Dietrich Buxtehudes meditativem Kantatenzyklus „Membra Jesu Nostri“ musikalisch mit dem Thema „Sterben“ auseinander. Das Werk lenkt die Aufmerksamkeit auf zwei wichtige christliche Tugenden: Demut und Nächstenliebe.

„Bach klingt immer gut, aber bei Buxtehude muss man genau wissen, was man tut. Dann geht es einem richtig unter die Haut“, sagt Franziska Kuba über den Lübecker Kirchenmusiker des Barocks, bei dem auch Johann Sebastian Bach Unterricht genommen hat. Zu Gehör gebracht werden die Kantaten mit Hilfe der sogenannten historischen Aufführungspraxis. Das heißt, dass Stück soll so aufgeführt werden, wie es der Komponist auch damals hörte. So verwenden die Musiker Darm- anstelle der heute üblichen Stahlsaiten, und auch die Instrumente unterscheiden sich im Aufbau. Da die Instrumente leiser seien, müssten die Sänger auch nicht so laut singen wie sonst. „Wir wollen möglichst historisch genau sein“, sagt Kuba.

Dass sie einmal Chordirigentin wird und mit renommierten Dirigenten wie Andris Nelsons und Herbert Blomstedt sowie mit dem Chor des Gewandhauses in Leipzig arbeiten würde, damit hatte Franziska Kuba nicht gerechnet. „Ich dachte, ich wäre zu schlecht und habe daher zunächst Musik und Geschichte auf Lehramt studiert. Aber anscheinend habe ich mich getäuscht“, sagt sie. Glück und das Kennen der richtigen Personen gehöre aber auch dazu. „Ohne Netzwerke funktioniert es nicht“, sagt sie.

So kam sie zu ihrer ersten Einstudierung mit dem Chor des Gewandhauses, weil sie den Leiter Gregor Meyer aus ihren Hochschulkursen kannte. Erste Erfahrungen in Sachen Chormusik sammelte Franziska Kuba im Kinderchor und im Jugendchor der Kirche in Wittingen. Noch heute singt sie dort regelmäßig mit.

Einen Großteil ihrer Zeit verbringt Franziska Kuba inzwischen im Zug. Sie pendelt zwischen ihrem Wohnort Leipzig und Freiburg, um dort an der Musikhochschule Chorleitung zu unterrichten. „Musik und Zugfahren – daraus besteht mein Leben.“

Der Eintritt zu dem Konzert am 11. November ist kostenlos. Spenden sind willkommen.

Von Lars Lohmann

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