Wittinger Bauausschuss schließt sich dem Nein des Knesebecker Ortsrates an

Butting-Kantine spaltet Politik

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So könnte das Betriebsrestaurant (rechts die Fußgängerbrücke) aussehen.

Knesebeck. Unter den Zuhörern war nach dem Votum Unverständnis zu spüren. „Mannomann“, murmelte einer unwillig. Der Wittinger Bauausschuss hatte eben die neue Butting-Kantine durchfallen lassen.

Gegen die Stimmen der CDU lehnte das Gremium es mit 5:4 ab, den Flächennutzungsplan für die Realisierung des Projektes zu ändern und dafür einen Bebauungsplan aufzustellen.

Die Ausgangslage: Das Knesebecker Unternehmen will sein neues Betriebsrestaurant „Die Insel“ gegenüber dem Betriebsgelände auf der westlichen Seite der L 286 errichten. Die – nach vorliegenden Skizzen zu urteilen – futuristisch anmutende Konstruktion mit viel Glas und Stahl soll 18 Meter hoch werden. Das viergeschossige Gebäude soll durch eine Fußgängerbrücke mit dem Firmengelände verbunden werden. Im zweiten Obergeschoss sollen 150 Sitzplätze entstehen, ein Stockwerk höher soll es eine Kunden-Kantine mit 45 Plätzen geben. Auch Nicht-Mitarbeitern könnte das Restaurant zugänglich gemacht werden – dies wird noch geprüft.

Der Knesebecker Ortsrat hatte im März bereits seine Zustimmung verweigert (das IK berichtete), aus dem Butting-Betriebsrat wurde Kritik wegen zu langer Wege zu der neuen Kantine gemeldet. SPD, FWG und Grüne im Bauausschuss machten sich nun die Skepsis gegenüber dem Vorhaben zu eigen. Der ortsbildprägende Bau werde zu dicht an der Wohnbebauung stehen, meinte Andrea Harms (FWG). Der Ausschussvorsitzende Hans-Heinrich Koch (SPD) befand, die Firma Butting habe „genug andere Flächen“, und überhaupt solle man der Empfehlung des Ortsrates Rechnung tragen, das sei Usus.

Bei der CDU sah man das anders: Der Ortsrat könne dem Ausschuss die eigene Empfehlung nicht vorschreiben, befand Uwe Hoppmann. Die CDU begrüße das Vorhaben sehr, man sehe darin „einen Anziehungspunkt für die Bevölkerung“ und ein „Leuchtturmprojekt“. Die Politik, so riet Hoppmann, solle das Projekt nicht von vornherein ablehnen, sondern zuvor den Dialog mit dem Unternehmen suchen.

Auch Stadtbürgermeister Karl Ridder warb für weitere Gespräche. Matthias Rode (CDU) verwies darauf, dass seine Partei im Knesebecker Ortsrat den Antrag gestellt hatte, das Thema zu vertagen, dass dies aber abgelehnt worden sei. Rode sagte, in der Ortsratssitzung habe man nur die Ausführungen des Betriebsrates kennengelernt: „Wir wollen aber auch die Geschäftsführung dazu hören.“

Die Ausschussmehrheit aus SPD, FWG und Grünen ließ sich jedoch nicht für weitere Gespräche erwärmen. Endgültig gescheitert ist das Vorhaben damit noch nicht – als nächstes wird der Verwaltungsausschuss es auf die Tagesordnung bekommen, voraussichtlich in der übernächsten Sitzung.

Von Holger Boden

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