Inhaber wirbt für Ausbau des Gewerbegebietes in Richtung Süden

Butting ändert Pläne am Wittinger Hafen

Am Holzstapel links im Bild endet das Wittinger Hafengebiet in Richtung Süden. Nun kommt auch aus der Wirtschaft der Ruf nach einer Süd-Erweiterung, wie sie bereits seit 2007 hin und wieder diskutiert wurde.
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Am Holzstapel links im Bild endet das Wittinger Hafengebiet in Richtung Süden. Nun kommt auch aus der Wirtschaft der Ruf nach einer Süd-Erweiterung, wie sie bereits seit 2007 hin und wieder diskutiert wurde.

Wittingen/Knesebeck – Das Knesebecker Unternehmen Butting legt seine Pläne für eine Produktionshalle im Wittinger Hafen vorerst ad acta. Der Edelstahlverarbeiter signalisiert aber weiterhin großes Interesse am Hafen als Standort – und am Ausbau des Gewerbegebietes.

Ein Grundstück für Aktivitäten im Hafen hatte das Unternehmen bereits gekauft (das IK berichtete). Doch derzeit, so erklärt Inhaber Hermann Butting auf IK-Anfrage, hat das avisierte Projekt am Kanal „keine Priorität“. Das habe mehrere Gründe. Einerseits ist das Unternehmen derzeit mit vielen Investitionen am Standort Knesebeck befasst, darunter der Neubau der abgebrannten Rohrbeize. Und andererseits konnte der beim Kauf des Grundstücks erhoffte Serienauftrag für Schiffsmodule nicht gebucht werden.

„Die infrage kommende Werft hat die neuartigen Schiffe, in welchen diese Module verbaut werden sollten, leider nie realisiert“, erklärt Hermann Butting. „Deswegen wurden die Planungen zum Bau einer eigenen Halle vor Ort vorerst verschoben.“ Gebaut werden sollten dort Module mit einer Länge von zirka 24 Metern, einer Breite von etwa 2,1 Metern und einer Höhe von rund 2,8 Metern. Für die Verladung des Schwerguts wollte die Stadt eine Liegestelle ertüchtigen lassen.

Geht es nach Stadtbürgermeister Andreas Ritter, dann bleibt es auch bei diesen Plänen: „Das sollten wir abarbeiten.“ Das Ziel der Stadt müsse es sein, den Hafen perspektivisch zu entwickeln und nicht immer der Nachfrage „hinterherzulaufen“. Denn dann stelle sich stets das Problem, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren zu lange dauern.

Hermann Butting sieht großes Potenzial im Wittinger Hafen und kann sich dort unabhängig vom nun abgesagten Projekt einen künftigen Standort seines Unternehmens vorstellen: „Langfristig könnte sich der Wittinger Hafen zu einem Verkehrsknotenpunkt entwickeln, mit Anbindungen an die Bahn, den Kanal und die Autobahn.“ Auch für sein Unternehmen biete ein Werkgelände im Wittinger Hafen „ökonomische wie auch ökologische Vorteile, nicht zuletzt durch den direkten Zugang zu einem Hafenbecken für Schwerlasten. Große Module für die Gasverflüssigung, Meerwasserentsalzungsanlagen oder Großbehälter könnten zukünftig dort verladen werden, ohne einen Schwertransport über die öffentlichen Straßen durchführen zu müssen.“

Dabei setzt Hermann Butting nicht notwendigerweise auf die Fläche, die er bereits erworben hat. Diese soll im Herbst baufertig geräumt und eingezäunt werden. Weil er für eine Nutzung nun keine zeitliche Planung hat, kann der Firmenchef sich auch einen Weiterverkauf vorstellen, wenn das der Hafenentwicklung diene.

Doch für diesen Fall wünscht man sich beim größten Arbeitgeber im Nordkreis alternative Perspektiven am Elbe-Seitenkanal: „Voraussetzung für uns wäre natürlich die Erweiterung des Hafengeländes in Richtung Süden, so dass BUTTING dort ein neues Grundstück erwerben kann“, erklärt Hermann Butting. „Dieses könnte dann auch so groß ausfallen, dass die Vorlagerung der verladefertigen Produkte auf dem eigenen Werkgelände durchgeführt werden kann.“ Bisher gäbe es für diese Vorlagerung eine reservierte, separate Fläche am Hafenbecken.

Der Firmeninhaber ergänzt: „Ich möchte die Stadt Wittingen ermutigen, das südliche Gelände des Hafens vorrangig zu erschließen, unternehmerisch zu handeln und in Vorleistung zu gehen. Denn dieses Gelände ist bereits im Eigentum der Stadt, so dass einem entschlossenen Handeln nichts im Wege steht.“ Bei weiteren Ansiedlungen könne man dann in einem weiteren Schritt auch die Erweiterung in Richtung Osten in Angriff nehmen.

• Die Hafenentwicklung ist einer der Punkte, mit denen sich am heutigen Mittwoch der Wirtschaftsausschuss der Stadt befasst (18.30 Uhr, Stadthalle).

VON HOLGER BODEN

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