Kartellamt: Preisabsprachen / Privatbrauerei Wittingen nicht betroffen

Bußgeld für Brauereien

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Das Kartellamt schäumt: Große Brauereien haben Preisabsprachen getroffen – nun sollen sie dafür zahlen.

dpa/bo Bonn. Das Bundeskartellamt hat wegen verbotener Preisabsprachen bei Bier hohe Bußgelder gegen bekannte Brauereien verhängt. Wegen der Manipulationen mussten Verbraucher für eine Kiste Bier einen Euro mehr ausgeben.

Betroffen sind Bitburger, Krombacher, Veltins, Warsteiner sowie die westfälische Privatbrauerei Barre. Sie sollen insgesamt 106,5 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Gegen zwei weitere Brauereikonzerne und vier regionale Brauereien liefen weitere Verfahren, teilte die Behörde am Montag mit. Auslöser des Verfahrens waren Informationen des Beck’s-Herstellers Anheuser-Busch InBev, der als Kronzeuge ohne Geldbuße bleibt.

Christian Schulz-Hausbrandt, Geschäftsführer der Wittinger Privatbrauerei, sagte gestern auf IK-Anfrage, sein Unternehmen sei von den Ermittlungen und Anschuldigungen „in keinster Weise betroffen“. Einen direkten Marktnachteil habe die Privatbrauerei durch die Preisabsprachen der Wettbewerber nicht gehabt, schließlich sei es ja um Preiserhöhungen gegangen. Allerdings seien die Vorgänge „schlecht für die Branche und ihr Image und nicht förderlich für den Wettbewerb“.

Laut Kartellamtschef Andreas Mundt sollen die beschuldigten bei persönlichen und telefonischen Kontakten Preiserhöhungen für Fass- und Flaschenbier abgesprochen haben. Bei Flaschenbier sei 2008 eine Preiserhöhung für den Kasten Bier um einen Euro vereinbart worden. Für Fassbier gab es nach den Ermittlungen Absprachen über Preiserhöhung in den Jahren 2006 und 2008 von jeweils fünf bis sieben Euro pro Hektoliter (100 Liter).

Bitburger, Krombacher, Veltins und Warsteiner hätten bei der Aufklärung kooperiert. Die vier Brauereien und Barre stimmten einvernehmlich einer Beendigung des Verfahrens zu – dafür gab es einen Bußgeldnachlass, teilte die Bonner Behörde mit. Formell sind die Geldbußen allerdings noch nicht rechtskräftig.

Der deutsche Biermarkt ist seit Jahren rückläufig. 2012 war der Absatz laut Statistischem Bundesamt mit rund 96,5 Millionen Hektolitern auf die niedrigste Menge seit der Wiedervereinigung gesunken. Die Branche liefert sich einen harten Konkurrenzkampf und konnte angesichts der sinkenden Nachfrage in den vergangenen zehn Jahren kaum Preiserhöhungen durchsetzen, während Energiekosten und die Preise für Hopfen und Gerstenmalz deutlich zulegten.

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