Wittingen: Bürger empfinden Knesebecker Straße als zu eng / Stadtbürgermeister will Prüfung

Immer mehr Kritik an „Nasen“

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Einmündung Himmelreich: Nicht nur aus der Seitenstraße kommt Kritik an der Breite der Pflanzinseln.

Wittingen. Ist die Knesebe-cker Straße in Wittingen stellenweise zu eng geworden? Mittlerweile häufen sich die Beschwerden von Bürgern, die die Breite der „Nasen“ kritisieren – Pflanzinseln, die in die Fahrbahn hineinragen.

Die Stadt Wittingen will nun prüfen lassen, ob noch Veränderungen nötig und möglich sind.

Offiziell ist alles in Ordnung: Die Fahrbahn habe die vorgesehene Breite von 6,50 Metern inklusive Gosse, sagt Henning Schwägermann, Fachbereichsleiter beim Straßenbauamt des Landes in Wolfenbüttel. Freilich sei der Platz auf der Fahrbahn „nicht mehr so großzügig wie vorher“. Von der Kommune sei aber gewollt gewesen, dass es mehr Nebenanlagen für Radfahrer und Fußgänger gibt.

So hatte denn auch Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann schon argumentiert, dass angesichts der verbleibenden Fahrbahnbreite „der Verkehrsfluss gesichert“ sei (das IK berichtete). Ein Anwohner der Seitenstraße Himmelreich, der sich schriftlich an das IK gewandt hat, konzediert, dass dies „planungstechnisch korrekt“ sein möge. Doch müsse man das Ein- und Ausfahren aus den Nebenstraßen berücksichtigen – und das sei „aus dem Himmelreich fast unmöglich, ohne den Fahrbereich der Gegenspur mit zu benutzen.

Der Bürger moniert auch, dass die Pflanzinseln bei Dunkelheit oder regennasser Fahrbahn leicht übersehen werden könnten. Ein weiterer IK-Leser kritisiert, dass Rad- und Mofafahrer in der gegenwärtigen Situation stärker gefährdet sind.

Ein anderer Bürger hat sich ans IK gewandt mit dem Hinweis, dass es im Begegnungsverkehr zwischen zwei Lkw oder landwirtschaftlichen Gespannen sehr eng werde. Das bestätigt der Wittinger Landwirt Willi Wichmann, der im Vorstand des Landvolks sitzt: „Man muss am laufenden Band rechts ran, um auszuweichen. Ich weiß nicht, warum diese Pflanzinseln größer werden mussten.“

Die offizielle Begründung dafür hatte Trautmann geliefert: Die Bäume sollen dieses Mal mehr Platz haben, um anwachsen zu können. Dahinter dürfte auch die leidige Erfahrung mit den „Bäumen für Wittingen“ stecken, die mit der Knesebe-cker Straße im wahrsten Sinne des Wortes nicht richtig grün wurden. Möglich auch, dass der noch provisorische Asphalt am Straßenrand für eine größere gefühlte Enge sorgt. Und Wittingens Bauamtsleiter verweist darauf, dass er auch positive Stimmen gehört habe: Es gebe Anlieger, die diese Art von Verkehrsberuhigung begrüßen.

Dennoch hat Stadtbürgermeister Karl Ridder seinen Bauamtsleiter jetzt beauftragt, mit der Straßenbaubehörde auszuloten, ob noch etwas an den Pflanzinseln verändert werden kann. Auch wenn die Normmaße stimmen mögen – er habe durchaus Verständnis für die Beschwerden aus der Bürgerschaft. Und solange noch kein neuer Asphalt auf der Straße sei, könne man ja vielleicht noch Verbesserungen erzielen.

Laut Schwägermann sollen die im Dezember unterbrochenen Arbeiten an der Fahrbahn weitergehen, wenn „das Wetter offen ist“.

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