Bahn will Gebäude nicht zur Verfügung stellen

Bürger ärgern sich über fehlende Wartehalle an Bahnhof

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Wer auf dem Wittinger Bahnhof auf den Zug wartet, muss sich warm anziehen. Denn eine Möglichkeit, sich in dem vorhandenen Bahnhofs-Gebäude aufzuwärmen, besteht derzeit nicht.

Wittingen. Das Toiletten-Problem am Wittinger Bahnhof ist lange bekannt, nun gesellt sich angesichts eisiger Temperaturen auch ein Kälte-Problem hinzu. Denn: Es fehlt weiterhin jegliche Möglichkeit, sich aufzuwärmen und vor den Minusgeraden Schutz zu suchen.

Ein für einen Stadt-Bahnhof eher kläglicher Zustand und – gerade bei witterungsbedingten Verspätungen von Zügen, wie sie zur Zeit zu erwarten sind – ärgerlich für die Wittinger Bahnkunden.

Das findet auch Jochen Bellin, der nach eigener Aussage während der Kälte-Periode der letzten Tage von mehreren Bürgern Beschwerden gehört habe. „Das ist eine menschenunwürdige Situation“, findet der Wittinger und spielt dabei auch auf die unlängst beschlossene Anschaffung eines Dixi-Klos für den Bahnhof an (das IK berichtete). Diese Notlösung sei gerade bei diesen Temperaturen unzumutbar und „lächerlich“.

In seinen Augen besonders ärgerlich: Ein Bahnhofs-Gebäude inklusive Wartehalle und Sanitäranlagen ist vorhanden, wird aber ausschließlich von den Bahnangestellten in Wittingen genutzt. Bellin: „Die sitzen da im Warmen und hier draußen frieren die Menschen.“ Die Lokalpolitik fordert er deshalb zum Handeln auf.

Doch der sind die Hände gebunden. Sowohl Bahnhofsgelände als auch das Gebäude sind im Besitz der Deutschen Bahn und liegen damit außerhalb des Kompetenzbereichs der Stadt, erklärt Bürgermeister Karl Ridder, der sich am Mittwoch zusammen mit Bellin und dem IK am Bahnhof umsah. Ridder, ebenfalls unzufrieden mit der derzeitigen Situation, wolle prüfen, ob man sich nicht doch mit der Bahn verständigen könne.

Die Zeichen auf eine Einigung stehen aber schlecht. Schon im Oktober hatte die Stadt Wittingen bei der Bahn angefragt, ob die Toiletten genutzt werden könnten, berichtet Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse. In einem Antwortschreiben des Unternehmens von Anfang November wurde dies aber abgelehnt. Die Wieder-Inbetriebnahme des Gebäudes sei aufgrund des baulichen Zustandes nicht wirtschaftlich, hieß es dort. Hinzu kommt: Schon einige Jahre zuvor hatte die Bahn in Bezug auf die Nutzung des Gebäudes abgewiegelt, so Kruse.

Zumindest das Toiletten-Problem wird aber in absehbarer Zukunft Geschichte sein. Im Rahmen der bereits beschlossenen Bahnhofsumgestaltung wird das bald stehende Dixi-Klo – auch von Ridder ausdrücklich als Übergangslösung bezeichnet – durch feste Toiletten-Häuschen ersetzt werden. Bei der Stadt hofft man darauf, dass der Startschuss für das Großprojekt schon 2016 fällt. Alle Anträge sind jedenfalls rechtzeitig gestellt worden.

Ob die Bahnhofsumgestaltung es nun in das Förderprogramm 2016 schafft, oder erst 2017 damit begonnen werden kann, sollte im März oder April feststehen, erklärte Kruse.

Von Steffen Schmidt

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