Jede dritte Probe weist Belastungen auf

Brunnenwasser im Gifhorner Nordkreis: Zu viel Nitrat

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Harald Gülzow war kürzlich mit dem Labormobil in Wittingen vor Ort.

Wittingen – Fast jeder dritte Brunnenbesitzer, der kürzlich Wasserproben bei einem Vor-Ort-Termin in Wittingen beim Verein VSR-Gewässerschutz zur Untersuchung abgab, hat mittlerweile Bescheid darüber bekommen, dass sein Brunnenwasser Nitratbelastungen aufweist.

Das teilte gestern Pressesprecher Harald Gülzow mit. Insgesamt hatte der Verein aus Geldern Proben von 102 privat genutzten Brunnen aus dem Raum Wittingen, Hankensbüttel und Brome analysiert.

Der von der deutschen Trinkwasserverordnung festgelegte Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter sei unter anderem in Brunnen in Knesebeck (129 mg/l), in Suderwittingen (121 mg/l), in Wittingen (105 mg/l), in Emmen (93 mg/l), in Boitzenhagen (90 mg/l) sowie in der Steinhorster Reinhorn-Siedlung (85 mg/l), in Wettendorf (85 mg/l) und in Rade (80 mg/l) deutlich überschritten worden. Am Infostand und auch bei der telefonischen Beratung hätten sich viele Brunnenbesitzer über die Nitratbelastungen der Region wütend gezeigt. Schließlich sei das Wasser aus belasteten Brunnen nur eingeschränkt nutzbar. So ist es zum Befüllen von Gartenteichen ungeeignet, da eine Massenvermehrung von Algen droht. Beim Gießen von Gemüse müsse der Nitratgehalt des Wassers in die Düngeberechnung einbezogen werden.

Ein Grund für die hohen Belastungen sei die intensive Landwirtschaft. „Die bisherigen Düngeverordnungen ermöglichten der Agrarindustrie zu wachsen und ihre landwirtschaftlichen Flächen auf Kosten der Umwelt zu überdüngen“, so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz. Die Gewässerschutzorganisation rät Bürgern, bei ihrem Einkauf bewusst darauf zu achten, dass die Produkte von Landwirten stammen, welche die Nitratbelastungen und die Sorgen der Menschen in der Region ernst nehmen.

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