Wittingen: Neue Diskussion über Dorf-Versorgungs-Service

Bringdienst auf der Agenda

Heinz-Ulrich Kabrodt

Wittingen. Jetzt bekommt auch Wittingen seine Bringdienst-Diskussion: In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Integration (Dienstag, 29. Mai, 19 Uhr, Rathaus) geht es um die Einrichtung eines „Dorf-Versorgungs-Service“ (DVS).

Das Thema kommt auf die Initiative des Knesebecker Ortsbürgermeister Heinz-Ulrich Kabrodt wieder auf die Tagesordnung. Der SPD-Mann stört sich daran, dass der Wirtschaftsförderungsausschuss einen Bringdienst im letzten Herbst einstimmig ablehnte, „ohne mit den Betroffenen zu reden“.

Kabrodt hat dies nun getan: Unlängst hatte er Vertreter von Sozialverbänden, Kirchen, Diakonie und anderen Trägern zu einem Gespräch über den möglichen Bedarf für einen DVS eingeladen. Dabei war auch Thorsten Rohé vom Institut CBM, der das Konzept seines Büros vorstellte.

Der Ausschuss hatte sich im Oktober wenig begeistert gezeigt. 38 000 Euro sollten für das Projekt fällig werden, da wollte man lieber erst einmal schauen, welche Erfahrungen in Hankensbüttel mit einem solchen Vorhaben gemacht werden. Eins der entscheidenden Argumente war seinerzeit, dass Bringdienste auf privater Basis längst existieren und offenbar auch gut funktionieren. Kritiker werfen zudem ein, dass sich in einer schon immer strukturschwachen Region ohnehin längst Nachbarschaftshilfe und andere private Versorgungskanäle etabliert hätten.

Kabrodt ist derweil überzeugt, dass ein DVS für Wittingen mit seinen 25 Dörfern förderlich sein könnte. Die von ihm eingeladenen Vertreter sozialer Vereine und Einrichtungen hätten sich einmütig dafür ausgesprochen, das Vorhaben in Wittingen auf den Weg zu bringen. Der Knesebecker Bürgermeister betont, dass es ihm dabei nicht vorrangig um seinen Ort gehe, sondern um das gesamte Stadtgebiet. Befürworter sehen in einem Bringdienst für weniger mobile Bürger einen Baustein für den Kampf gegen die Folgen des demografischen Wandels im ländlichen Raum.

Für das Institut CBM, das auch den QiN-Prozess in Wittingen betreut hat, sind vor allem Senioren die Zielgruppe für einen DVS. Auch junge Familien würden das Angebot nutzen, heißt es in einem Konzept, das dem Sozialausschuss für seine Sitzung am nächsten Dienstag vorliegt.

Darin wird skizziert, dass bestehende Angebote in den DVS eingebunden werden sollen. Kernstück des CBM-Plans ist ein Faxgerät, das bei den Kunden zuhause installiert wird, und über das sie ihre Bestellungen aufgeben. Auch handwerkliche Leistungen sollen über dieses Netzwerk abrufbar sein.

Von Holger Boden

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