Brenntage: Politiker sehen Alternativen

Umstritten: Brenntage und ihre Rauchbelästigung.

Wittingen - Von Holger Boden. Die Wittinger Brenntage setzen ihre Tour durch die Orte fort – nach Knesebeck und Radenbeck ist am kommenden Mittwoch Wittingen an der Reihe. Denn bevor der Stadtrat eine Entscheidung über eine mögliche neue Verfahrensweise bei der Verbrennung von Gartenabfällen trifft, sollen die Ortsräte ihr Votum abgeben.

Stand der Diskussion ist: In den kleineren Orten werden Brenntage offenbar nicht als belästigend empfunden – zumindest kam Bürgerprotest bislang in erster Linie aus Wittingen und Knesebeck. Wie damit umgegangen werden soll, das diskutiert der Wittinger Ortsrat am 21. April in seiner Sitzung, die um 18.30 Uhr im Rathaus beginnt.

Geht es nach Ortsbürgermeister Wolfgang Trautmann (SPD), dann wird an den bestehenden Regelungen nicht viel geändert. Außer: „Wenn es an einem Brenntag regnet, sollte der nicht am nächsten Sonnabend wiederholt werden. Dann muss man bis zum nächsten Mal warten.“

Laut Trautmann ist die Zahl der Verstöße gegen die Allgemeinverfügung zu den Brenntagen stark zurückgegangen. Durch die öffentliche Diskussion seien viele Bürger sensibilisiert worden, zudem habe der Einsatz der Bürgerstreife Wirkung gezeigt. Eine eigenständige Regelung, die nur für den Ort Wittingen und vielleicht auch noch für Knesebeck gilt, wäre für Trautmann daher kein Thema: „Wir streben keine Sonderlösung an.“

Die hält auch Jens Oldenburg-Tietjen von der FWG nicht für notwendig. „Die vorhandenen Vorschriften sind nicht schlecht, sie müssen nur eingehalten werden.“ Gleichwohl dürfe man grundsätzlich darüber nachdenken, ob Brenntage noch erlaubt sein sollen – zumal auf den vergleichsweise kleinen Grundstücken in Wittingen ohnehin kaum jemand seine Abfälle verbrennen dürfe. Für Oldenburg-Tietjen stellt das zentrale Sammeln der Grünabfälle auf dafür vorgesehenen Flächen – in Rumstorf etwa gibt es so etwas schon – eine gute Alternative dar.

Letzteres sieht Wolf-Ingo Bellin von der CDU genauso – er plädiert für eine völlige Abschaffung der Brenntage, zumindest im Ort Wittingen. „Auf den Dörfern können sich die Leute möglicherweise selbst einigen.“ Nach Bellins Ansicht gibt es neben der Lagerung noch genügend andere Möglichkeiten der Entsorgung: Osterfeuer, Abholung durch die Feuerwehr gegen einen kleinen Obolus oder auch die Grünabfuhr des Landkreises. Bellin: „Wir müssen die Luft in Wittingen nicht verpesten.“

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