350 Soldaten kehren nach Übungsmarsch für Nijmegen bei der Privatbrauerei Wittingen ein

Brennende Füße und laute Stimmen

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Beim Appell bedankte sich Delegationsleiter Oberstleutnant Marcus Bödefeldt bei Brauereichef Axel Schulz-Hausbrandt für die langjährige Freundschaft und Verbundenheit.

acb Wittingen. Man hört sie schon von Weitem singen: Die 16 Marschtruppen der Bundeswehr kommen nacheinander die Kakerbecker Straße in Wittingen hinunter und biegen rechts in die Brauerei ein.

Rund 350 Soldaten sitzen auf den Bänken und auf dem Boden, lehnen sich zurück und genießen das Wetter.

Nach dem langen Marsch müssen sich die Soldaten erst einmal ausruhen. Auch die Füße kommen an die frische Luft.

Einige haben auch die Schuhe ausgezogen und reiben sich die Füße. Damit es nicht zu Schwellungen kommt, werden die Füße an die frische Luft gelassen. Einige tapen ihre Füße sogar, denn 20 Kilometer haben die Soldaten gestern zurückgelegt. Gestartet sind sie in Knesebeck, für einen Zwischenstopp haben sie in Mahnburg Rast gemacht. Rund drei bis dreieinhalb Stunden haben die Soldaten für den Übungsmarsch gebraucht. Auch 19 Soldatinnen sind zwischen den Männern dabei. „Das sind noch nie so viele gewesen. Das ist schon sehr toll“, freut sich Delegationsleiter Oberstleutnant Marcus Bödefeldt über die frauenstarke Besatzung, die genauso wie ihre männlichen Kollegen die Marschgeschwindigkeit von sechs Stundenkilometer halten müssen.

Dabei spielt das Wetter auch eine wichtige Rolle, weiß Oliver Arning, Leiter der Informationsarbeit der Delegation. Bei schwülem und feuchten Wetter sei das Marschieren sehr anstrengend, bewölktes und kaltes Wetter sei hingegen perfekt. Man müsse nämlich bedenken, dass die Soldaten bei so einer hohen Marschgeschwindigkeit zehn Kilo Gepäck mit sich tragen müssen und so insgesamt rund 6000 Kalorien verbrauchen. Arning verrät, dass sich in den meisten Rucksäcken Wasserflaschen oder Sandsäcke befinden, um auf das nötige Gewicht von zehn Kilo zu kommen. „Die Wasserflaschen dürfen dann aber nicht während des Marsches ausgetrunken werden“, erklärt er schmunzelnd.

Verpflegung haben die Soldaten nach Wittingen auch gleich mitgebracht. Rund 250 Mahlzeiten können mit der Feldküche gekocht werden. Bei Schöpfgerichten, wie dem Gulasch, das gestern vorbereitet wurde, sind sogar 500 Mahlzeiten möglich. „Sie können auch super Steaks machen“, lobt Arning die Kollegen. „Wir bekommen fast alles hin“, bestätigt auch Verpflegungsunteroffizier Nils Fenske. Mit der Feldküche könne man genauso gut wie in einer normalen Küche zuhause arbeiten. Alle Zutaten kommen mit, auch ein Kühlschrank ist mit an Bord. Dieser wird über die Batterie betrieben. Auch an die Vegetarier haben die Feldkochsoldaten gedacht. Auch das sei in der Bundeswehr inzwischen normal. Das liege nicht nur an dem wachsenden Anteil der Frauen, sondern auch an den verschiedenen Ethnien und Religionen, die in der Bundeswehr beheimatet sind, erklärt Arning.

Axel Schulz-Hausbrandt freute sich gestern ebenfalls über die Gäste in der Brauerei und wünschte den Soldaten viel Spaß und eine gute Zeit auf ihrem Marsch nach Nijmegen. Als Dank für die jahrelange Zusammenarbeit überreichte Bödefeldt Schulz-Hausbrandt am Ende dann auch ein Andenken aus Glas mit dem Wappen der Verbände.

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