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Wichtig – und immer teurer

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Von: Holger Boden

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Ein HLF 20 steht vor dem Feuerwehrgerätehaus in Radenbeck.
Das HLF 20 bei seiner Premiere 2014 in Radenbeck – die Kosten für solche Fahrzeuge sind in der Zwischenzeit dramatisch gestiegen. © Freier Mitarbeiter

Wittingen – Während Privatleute mit Preissteigerungen an vielen Fronten zu kämpfen haben, bleiben auch die öffentlichen Haushalte davon nicht verschont. Ein Trend allerdings, der nicht nur auf die aktuelle Energiekrise zurückzuführen ist, sondern sich schon seit vielen Jahren bemerkbar macht, etwa beim Bau von Feuerwehrhäusern oder Straßen. Oder auch beim Kauf von Feuerwehrfahrzeugen.

Wohin die Reise da geht, das verdeutlichte Stadtbürgermeister in der jüngsten Sitzung des Stadtrates. Eine überplanmäßige Aufwendung war da von der Politik zu genehmigen – so etwas wird nötig, wenn die ursprünglich im Haushalt vorgesehenen Mittel für eine Investition nicht reichen. Bei der Beschaffung eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs (HLF) 20 für die Wittinger Ortsfeuerwehr war das jetzt der Fall – statt eingeplanter 450 000 Euro wurden 530 000 Euro für den Kauf fällig, der Stadtrat musste also einen Nachschlag von 80 000 Euro durchwinken. Was er auch einstimmig tat.

Diskutiert wurde darüber nicht – dahinter dürfte der Konsens stehen, dass solche Fahrzeuge nun einmal gebraucht werden, was der Großeinsatz in Knesebeck am Freitag ja auch nachdrücklich demonstriert hat. Ritter war es trotzdem ein Anliegen, die Ratsmitglieder und die Zuhörer dafür zu sensibilisieren, mit was für einer Entwicklung man es zu tun hat.

Im Zuge der Ausschreibung des HLF 20, die schon Ende 2020 beschlossen worden war, gab es nur jeweils ein Angebot für Fahrgestell (128 000 Euro) und Aufbau (371 000 Euro). Hinzu kommen Kosten für Ausrüstung und Beladung sowie Nebenkosten, so dass sich eine Gesamtsumme von 530 000 Euro ergibt. „Einsparpotenziale wurden dabei bereits ausgeschöpft“, hieß es in der Vorlage für den Stadtrat.

„Das sind momentan die marktüblichen Preise“, bilanzierte Ritter. Noch 2014 habe die Stadt für ein vergleichbares Fahrzeug für die Radenbecker Ortsfeuerwehr nur 283 000 Euro bezahlen müssen. Die Tendenz, so Ritter, gehe also „deutlich nach oben“.

Dafür führte der Rathauschef noch ein weiteres schlagkräftiges Beispiel an: Die 2017 eingeweihte Drehleiter, damals für 630 000 Euro gekauft, würde heute „über 1,1 Millionen Euro“ kosten.

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