Wittinger Sporthafen ist Anlaufstelle für viele Skipper / „Freundlicher Menschenschlag“

Mit dem Boot in die weite Welt

Der Bootsfahrer Jonny Haase ist 74 Jahre alt und kommt aus Lübeck. Der Wittinger Sportboothafen ist für ihn ein Zuhause geworden. Er kommt jedes Jahr zurück. Fotos: Scholz
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Der Bootsfahrer Jonny Haase ist 74 Jahre alt und kommt aus Lübeck. Der Wittinger Sportboothafen ist für ihn ein Zuhause geworden. Er kommt jedes Jahr zurück.

Wittingen. Sie gehen auf Reisen – mit dem Boot und dem Wohnwagen. Der 74-jährige Jonny Haase und sein sieben Meter langes Boot sind ein Herz und eine Seele und harmonieren bereits seit 50 Jahren perfekt miteinander.

Der Lübecker genießt den Fahrtwind, wenn es im Sommer wieder los geht: „Wohin? Das plane ich meist im Winter. Doch ich habe gelernt spontan zu sein und das Leben zu genießen. “ Dänemark, Polen, die Niederlande – in den Ostgewässern kennt sich Haase aus. Auch der Wittinger Sportboothafen ist seit der Eröffnung vor 14 Jahren ein Zuhause für den Bootsfahrer geworden.

Hierher kommt er jede Saison. „Hier kann ich mich wohlfühlen. Hier habe ich Kontakte geknüpft und ich komme trotz meiner Behinderung gut zurecht“, erklärt Jonny Haase. Er ist gehbehindert. Was ihn so am Bootsfahren fasziniert? „Es ist die ganze Atmosphäre. Man ist draußen und: Bootfahren kann man im Alter immernoch machen“, gibt er zu bedenken.

Doch er zeigt auch Veränderungen auf, die teilweise Schwierigkeiten bereiten: „Die Wartezeiten an den Schleusen haben sich immens erhöht. Da wird man schon mal länger aufgehalten“, erklärt der Lübecker. Wenn er mit dem Boot losziehe, dann fahre er stets um die 40 oder 50 Kilometer am Tag. Das wäre absolut ausreichend.

Den Rest des Tages genießt er dann im jeweiligen Hafen – so auch in Wittingen und dass noch ungefähr einen Monat und dann „heißt es zurück nach Lübeck.“ Frühstücken an der frischen Luft, abends auf das Wasser schauen – das sei für ihn beruhigend. „Ich kann und will das genießen. Man muss sich diese Freiheit aber auch nehmen“, sagt der 74 Jährige.

Zusammen mit den beiden Campern Wolfgang Reininger und seiner Lebensgefährtin Kerstin Linske genießt er ein kaltes Bier auf der Terrasse der Hafenklausel. „Wir sind Genussmenschen! Im Wittinger Hafen wird einem einfach alles geboten – maritimer Flair, Wasser, Radtourmöglichkeiten“, erklärt Kerstin Linske und Wolfgang Reininger fügt hinzu: „Gerade auch das Anlegen der Frachtschiffe ist interessant und Musik für meine Ohren“, strahlt der Oebisfelder. Er ist Kioskbetreiber aber bis nach Wittingen sind es nur 45 Minuten und so könne er die Zeit mit Freunden und seiner Lebensgefährtin genießen.

„Wir waren auch schon in Kroatien oder Tschechien aber es zieht uns eben immer wieder nach Wittingen zurück“, strahlen die Beiden. Mit an Bord ist auch die Hündin Kira. Sie findet reichlich Platz zum Toben auf dem Hafengelände.

Bereits seit sechs Jahren kommen Wolfgang Reininger und Kerstin Linske mit dem Wohnwagen in den Hafen. „Eigentlich steht der Wohnwagen die ganze Saison hier.

Wir haben hier Freunde gefunden und Freunde unterstützt man auch gerne. Wenn Events anliegen, sind wir natürlich auch dabei“, wagen die Beiden einen Blick auf das in der Zukunft liegende Hafen in Flammen.

„Ein sehr freundlicher Menschenschlag hier. Das Verhältnis von Bootsfahrern und Campern ist einfach toll“, schwärmt Kerstin Linske. So sind sich Bootsfahrer Jonny Haase und Camper Wolfgang Reininger und Kerstin Linske einig: „Wir werden immer wieder in den Wittinger

Von Maike Scholz

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