Börse fürs Ehrenamt?

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Ehrenamtlich leisten Blutspender und die Helfer-Teams der DRK-Ortsverbände Dienst am Nächsten. Heinrich Timmel regt die Gründung einer Ehrenamtsbörse für die Gemeinde Wesendorf an.

Wesendorf - Von André Pohlmann. Eine Börse für ehrenamtliches Engagement in der Gemeinde Wesendorf ins Leben zu rufen regte Ratsherr Heinrich Timmel (CDU) in einer Ratssitzung im Dezember an. Gestern stellte er sein Konzept Gemeindedirektor Walter Penshorn vor. Prinzipiell begrüßt der Rathauschef die Initiative, allerdings soll zunächst geprüft werden, „was die Verwaltung guten Gewissens mittragen kann“.

Timmel ist überzeugt, dass es in Wesendorf „ganz hervorragende“ ehrenamtlich Tätige gibt. Trotzdem schlummern möglicherweise noch viele Talente, Fähigkeiten oder Kapazitäten im Verborgenen. Dem Ratsherrn geht es zunächst um eine Bestandsaufnahme. Als zweiter Schritt sei zu erheben, in welchen Bereichen zusätzliches ehrenamtliches Engagement vonnöten ist, erläutert Timmel im Gespräch mit dem IK. Er denkt dabei an Hilfe beim Einkaufen oder in anderen Alltagsdingen für Ältere. Auch in der Betreuung der künftigen Bewohner des Seniorenheims, dass zurzeit am Eckernkamp in Wesendorf errichtet wird, sieht er ein weites Betätigungsfeld für Menschen, die bereit sind, sich ehrenamtlich zu engagieren.

Timmel sieht einen steigenden Bedarf für ehrenamtliches Engagement vor dem Hintergrund des Zivildienstes, der mit dem Ende der Wehrpflicht zum 1. Juli ebenfalls abgeschafft wird. Auch junge Leute möchte Timmel dabei einbeziehen. „Mit Ehrenamt meine ich nicht, dass man auf Frührentner wartet“, sagt der Wesendorfer. Hausaufgabenbetreuung oder Nachhilfe schweben ihm vor. „Das geht alle Generationen an“, sagt Timmel. Um die Menschen oder Einrichtungen, die Bedarf an Unterstützung haben mit denen zusammen zu bringen, die bereit sind, sich zu engagieren, schlägt Timmel eine Ehrenamts-Börse im Internet vor. Wichtig sei, einen festen Ansprechpartner für beide Seiten zu haben.

Um die ehrenamtlich Engagierten in ihrer Einstellung zu stärken und zu motivieren, schlägt Timmel darüber hinaus vor, einen Preis für Ehrenamtliche auszuloben, der beispielsweise im Rahmen des Neujahrsempfangs der Samtgemeinde verliehen werden könnte.

Gemeindedirektor Penshorn kann dem Gedanken an eine Ehrenamtsbörse schon etwas abgewinnen, doch zunächst werde man das Anliegen in die politischen Gremien tragen und Gedanken dazu zusammentragen. „Wenn man das ohne übermäßigen finanziellen und verwaltungsmäßigen Aufwand hinkriegt, wäre das eine gute Sache“, sagt Penshorn. Voraussgesetzt, das Projekt findet in dieser Form Zustimmung in der Politik, könne man im zweiten Quartal konkretere Schritte einleiten und im dritten Quartal eine Ehrenamtsbörse gründen, steckt er den Zeitrahmen ab.

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