Lediglich zwei Werte auffällig

Bodenuntersuchung bei Knesebeck: Keine starke Belastung durch Erdöl

Bei der Untersuchung im Erdölfeld Knesebeck – hier eine Förderanlage bei Vorhop – lief alles gut.
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Bei der Untersuchung im Erdölfeld Knesebeck – hier eine Förderanlage bei Vorhop – lief alles gut.

Knesebeck – Wie stark werden die Böden rund um Knesebeck durch die Erdölförderung belastet? Laut einer Untersuchung, die vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) in Auftrag gegeben wurde, sieht es für den Bereich Knesebeck gut aus.

Das Fazit: Die Ergebnisse der Untersuchung der zwei Erdölplätze zeigen, dass kein Verdacht einer schädlichen Bodenveränderung vorliegt.

Lediglich zwei Werte liegen über dem entsprechenden Vorsorgewert. Zum einen Zink bei den Schwermetallen, bei dem die höchste Stoffkonzentration bei 94 Milligramm pro Kilogramm lag (Vorsorgewert Sand: 60 mg/kg). Bei den Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) so wie Benzo(a)pyren war die Konzentration ebenfalls leicht erhöht. Doch alle Werte blieben unter der Schwelle für die sensibelste Nutzung – Kinderspielflächen.

Die Ursache für die PAK-Gehalte kann laut dem Bericht nicht eindeutig benannt werden. Kohlenwasserstoffe konnten nicht nachgewiesen werden.

Am 21. August 2019 wurden zwei Erdölplätze (Vorhop-Knesebeck 29 und Wittingen-Knesebeck 35) bodenkundlich beprobt und die Proben im Labor auf stoffliche Belastungen analysiert. Die Auswahl der Plätze erfolgte anhand verschiedener Kriterien, wie Alter der Bohrung/der Förderung, Nutzung des Umfelds, Zugänglichkeit oder Hinweise auf mögliche Belastungen.

Anschließend wurden eine beziehungsweise vier Bodenproben genommen. Dabei handelt es sich um Flächenmischproben, die aus 15 bis 25 Einzeleinstichen erstellt werden. Auf Grünland sowie auf begrünten Flächen auf den Plätzen sowie auf den Grünstreifen entlang der Platzbegrenzungen erfolgte die Probennahme in einer Tiefe von 0 bis 10 Zentimetern, auf Ackerflächen in 0 bis 30 cm. Flächen im Nahbereich der Pumpe wurden nur beprobt, wenn dies aufgrund der Platzbefestigung fachgerecht möglich war.

Die Proben wurden ins akkreditierte Labor der Gesellschaft für Lebensmittel- und Umweltconsulting mbh (GLU) transportiert und analysiert.

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat jetzt die ersten Ergebnisse der Bodenuntersuchungen im Umfeld von Erdölförderplätzen veröffentlicht. Dabei sind keine Auffälligkeiten zutage getreten. „Es sind gute Ergebnisse“, sagt Diplom-Geograph Uwe Hammerschmidt, Projektleiter des LBEG-Untersuchungsprogramms, das jetzt knapp zur Hälfte abgeschlossen ist.

Ziel des auf zwei Jahre angelegten Projektes ist es, belastbare Informationen in den Böden über mögliche Umweltbeeinträchtigungen durch die Erdölförderung im Umfeld der Bohrungen sowie deren Auswirkungen auf die Schutzgüter Pflanzen, Boden und Wasser sowie auf Menschen zu ermitteln.

Um eine aussagekräftige Datenbasis zu erhalten, sollen 200 der knapp 1900 aktiven Erdölplätze in Niedersachsen bodenkundlich untersucht werden. VON MAX A. MORRISON

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