Stöckener Unfallserie: Anwohner hofft auf Verbesserungen / FWG will Kreisel / 2013 neue Fahrbahn

„Blitzer wäre das Effektivste“

Voläufig der letzte Unfall aus der Serie: Am 4. Dezember krachte dieser Lkw in eine Stöckener Scheune. Archivfoto: Peter

Stöcken. Zehn Lastwagen oder Busse und vier Autos – Hans-Jürgen Seele hat vor seinem Haus in Stöcken schon viele vom rechten Weg abkommen sehen, und oft landeten sie in seinem Vorgarten.

Einen Fußweg in Richtung Stöcken-Bahnhof wird es im Zuge der Dorferneuerung nach Stand der Dinge nicht geben. Foto: Boden

Zuletzt im Dezember, damals fehlten nur zehn Meter zwischen einem Lkw und einer Hauswand, hinter der sich gerade ein dreijähriges Mädchen aufhielt. Kann ein Kreisel künftig Truck-Piloten und Pkw-Fahrern helfen, die offenbar gefahrenträchtige Stöckener Ortsdurchfahrt zu meistern? Einen solchen will die FWG in der heutigen Sitzung des Wittinger Verkehrsausschusses (18.30 Uhr, Rathaus) beantragen. Der Kreisverkehr soll seinen Platz an der ersten Kreuzung nach der Ortseinfahrt aus Richtung Wittingen haben. FWG-Politiker Friedrich Lührs formuliert in dem Antrag: „Ein Kreisel würde die Verkehrssicherheit deutlich erhöhen und auch die Einfahrt aus dem Dorf deutlich sicherer machen.“

An der Kreuzung sind im Rahmen der Dorferneuerung ohnehin Veränderungen geplant. Die Einfahrt ins Dorf soll künftig in einem spitzeren Winkel auf die Landesstraße treffen, damit das allzu sportliche Abbiegen seinen Reiz verliert. Diese Pläne würden freilich den Durchgangsverkehr nicht groß beeinflussen.

Dass immer wieder Lkw auf Seeles Grundstück landen, hat nach landläufiger Einschätzung wohl eher mit dem Straßenbelag zu tun. Die L 270 kann an dieser Stelle sehr rutschig sein, weiß auch Ortsvorsteherin Tanja Möhle. Und beim frühzeitigen Beschleunigen – das Ortsschild ist ja da hinten schon in Sicht – gehen dann offenbar immer wieder mal einem Lkw-Fahrer die PS durch.

Anwohner Seele setzt (noch) darauf, dass der Politik eine Lösung einfällt: „Ich traue den Verantwortlichen zu, dass sie aktiv werden.“ Ein Kreisel würde den Verkehr beruhigen, glaubt auch Seele, allerdings werde dann der Bereich unmittelbar davor und dahinter möglicherweise zum Beschleunigungs-Parcours.

Querungshilfen hält der geplagte Anwohner für eine „Farce“ – und er kann nicht ganz verstehen, warum Stöcken nicht mit Blitzgeräten ausgestattet wird. „Das“, ist Seele überzeugt, „wäre das Effektivste, und die Stadt verdient noch Geld damit.“ Er schätzt, dass jedes zweite Fahrzeug deutlich zu schnell durch den Ort fährt.

Vielleicht naht die Lösung auch im nächsten Jahr: Dann will laut Bauamtsleiter Albert Soltau die Straßenbaubehörde die Stöckener Ortsdurchfahrt sanieren, dazu auch einen Teil der Strecke Wittingen-Stöcken. Dann käme also ein neuer Belag.

Die Maßnahme der Landesbehörde soll der Synergieeffekte wegen mit den Dorferneuerungsplänen koordiniert werden. Vorgesehen ist laut Ortsvorsteherin Möhle unter anderem ein Fußweg, der zum Teil über den Rand des Sportplatzes führt und die Abfahrt zum Friedhof mit dem nördlichen Ortsausgang verbindet. Dort soll es auch eine Querungshilfe geben. Eine Fortsetzung des Fußweges in Richtung Bahnhof ist laut Soltau aber nicht Bestandteil der Pläne.

Von Holger Boden

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