Bahnhofspläne für Wittingen und Knesebeck: Wo geht der Fahrgast auf Toilette?

„Da bleiben nur die Büsche“

Auch die Situation im Bahnhof Wittingen muss sich nach Ansicht der Politiker verbessern. Archivfotos: Boden

Wittingen. Der ZGB wolle Anfang Juni einen Planungsauftrag für die Umgestaltung der Bahnhofsanlagen erteilen, die Gleisanlagen seien aber nicht Teil des Pakets – diese Nachricht der Verwaltung schmeckte dem Wittinger Wirtschaftsausschuss gar nicht.

Die Politiker erteilten dem Rathaus jetzt den Auftrag, sich dafür stark zu machen, dass auch die Bahnsteige und die Bereiche unmittelbar an den Schienen schon jetzt Gegenstand der Planung werden. Zudem soll ein Experte eingeladen werden, der sich den Zustand der Bahnhöfe in Wittingen und Knesebeck in diesem Zusammenhang einmal ansieht.

Beim Bahnhof Knesebeck sieht die Wittinger Politik viel Verbesserungsbedarf – insbesondere im unmittelbaren Gleisbereich.

Die Stadt macht damit weiter Dampf in Sachen Bahnhof. Erklärtes Ziel ist bekanntlich, in Wittingen und Knesebeck vorzeigbare und vor allem benutzerfreundliche Anlagen zu haben, wenn Ende 2014 die Regiobahn rollt. Dazu passen in den Augen aller Fraktionen nicht die Stolperfallen und zu niedrigen Einstiegshöhen, die derzeit die Gleisanlagen und Bahnsteige charakterisieren. CDU-Fraktionschef Walter Schulze warf ironisch die Frage ein, ob es bei der vorgesehenen Planung vielleicht nur um den Standort von Kartenautomaten gehen solle. Auch der FWG-Fraktionsvorsitzende Dr. Thomas Weiland befand, die Stadt solle die Stoßrichtung des ZGB hinterfragen.

Bürgervertreter Jörg Friedrichs brachte einen ganz neuen Punkt auf die Agenda: Es sei völlig ungeklärt, wo Fahrgäste am Bahnhof eigentlich auf Toilette gehen können, nachdem das Bahnhofsgebäude geschlossen ist: „Da bleiben zurzeit nur die Büsche.“ Das gleiche Problem stelle sich im übrigen im Hafen: Für Lkw-Fahrer gebe es dort weder WC noch Dusche. Friedrichs regte an, vielleicht Mietcontainer aufzustellen.

Schulze begrüßte die Idee, sah aber gleichzeitig ein neues Problem, weil das Areal der DB gehört: „Die Frage ist, wo wir den Container am Bahnhof hinstellen dürfen.“

Da wird die Stadt mehr Möglichkeiten haben, wenn sie einmal das OHE-Gelände im Gegenzug für ihre finanzielle Beteiligung an der Schienen-Anbindung OHE/DB „erbt“. Das Planfeststellungsverfahren für dieses Vorhaben ist mittlerweile abgelaufen. Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse berichtete, Einwendungen seien im Rathaus nicht registriert worden, und auch der OHE lägen seines Wissens „keine vor“.

Von Holger Boden

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare