Gedächtnis an Knesebecker Ernst Elster aufrechterhalten / Per Rad auf den Spuren des Künstlers

Bilderschau, Ausstellung und Tour

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Im ehemaligen Atelier des großen Malers im ersten Stock der Elstermühle: Der Sohn, Ernst Elster jr. (von links), seine Frau Lore und Christoph Elster, Enkel des Künstlers.

Knesebeck. Ernst Elster hat ein eindrucksvolles Werk hinterlassen, vielfältig und vielschichtig, fast unüberschaubar viele Gemälde, Skizzen und Lithographien in den unterschiedlichsten Stilrichtungen und Mal- und Zeichentechniken.

Doch die Handschrift des Knesebecker Künstlers ist stets authentisch und geprägt von handwerklicher Meisterschaft. Seine Bilder hängen in vielen Museen und privaten Häusern. Vor 50 Jahren – am 11. August 1964 – ist der bedeutende Maler gestorben.

Der unermüdlich Schaffende hat zudem etwas Besonderes bewirkt: Verwandte, Freunde und Bewunderer seiner Kunst haben sich zu einem losen Bund zusammengeschlossen, um sein Erbe zu bewahren, zu katalogisieren und zu verwalten. Sie bieten eine Galerie im Internet unter www.ernst-elster.de an und damit für jedermann die Möglichkeit, sich selbst einzubringen, um das Gedächtnis an einen der bedeutendsten Knesebecker aufrecht zu erhalten.

Wieder einmal steht dabei der Ort im Mittelpunkt, an dem Ernst Elster eine glückliche und fruchtbare Zeit verbracht hat, die Elstermühle zu Knesebeck. Dort wohnen jetzt der Sohn des Künstlers, Ernst Elster jr. und seine Frau Lore. Das Paar hat die Goldenene Hochzeit bereits vor einiger Zeit gefeiert, und Lore erinnert sich sehr gern an den Maler, der ein sehr geselliger und freundlicher Typ gewesen ist.

Ernst Elster jr. hat sich auf die Suche nach den Werken gemacht, die noch nicht erfasst sind. Er möchte eine möglichst vollständige Chronik des Schaffens seines Vaters erstellen. In den bereits fertigen Bänden wird die ganze Vielfalt der Malerei Elsters deutlich. Vom frühen Expressionismus über romantisch geprägten Naturalismus bis hin zu verfremdenden Techniken: Stets wird das Bemühen deutlich, neben den Gegenständen auch deren seelische Schwingungen und Seins-Hintergründe darzustellen. Das gilt für die Porträts ebenso wie für die Stillleben, die Blumenbilder, die Darstellungen bäuerlich-häuslicher Tätigkeit und die berühmten Heide- und Moorlandschaften.

Ein halbes Jahrhundert nach Ernst Elsters Tod will der Kreis von Freunden nun mit dem Künstler durch das Jahr gehen. Das soll am Gründonnerstag in der Knesebecker St. Katharinenkirche mit einem Gottesdienst um 18.30 Uhr und einer gleichzeitigen Bilderschau beginnen. Weiter geht es am 13. Juli mit einer Fahrradtour auf den Spuren Ernst Elsters, hat einen Höhepunkt vom 26. September an mit einer Ausstellung von 60 Werken in den Räumen der Butting-Akademie und mündet schließlich am Volkstrauertag in einem Vergleich von unterschiedlichen Kriegssituationen, die Elster dargestellt hat.

Von Horst Michalzik

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