Fußball-WM: Deutsches Last-Minute-Siegtor von Toni Kroos gegen Schweden löst Ekstase pur aus

„Da ist der Bierkönig explodiert!“

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Die Ruhe vor dem Sturm: Die Kreisliga-Kicker des VfL Knesebeck erlebten den deutschen Last Minute-Sieg gegen Schweden auf Mallorca im Bierkönig mit und waren aus dem Häuschen. 

Sotschi/Wittingen/Gifhorn. Eine Fußball-Nation außer Rand und Band.

Die 5. Minute der Nachspielzeit: Kroos trifft und der Gifhorner Marktplatz versinkt im Jubel der Fußball-Fans. 

Ob im Isenhagener Land, in Deutschland oder überall auf der ganzen Welt verstreut: Als Toni Kroos am Samstagabend im zweiten WM-Gruppenspiel mit seinem fulminanten Freistoßtor in der fünften Minute der Nachspielzeit zum 2:1-Sieg gegen Schweden von der tragischen Figur zum Helden in Schwarz-Rot-Gold mutierte, brachen Jubelorkane aus.

Nicht nur das DFB-Team selbst geriet durch das kaum noch für möglich gehaltene Happy End im russischen Urlaubs-Paradies Sotschi in Ekstase, auch am Strand von Mallorca steppte der Bär. Und mittendrin statt nur dabei die Kreisliga-Kicker vom VfL Knesebeck auf Mannschaftsfahrt. Bereits um 11 Uhr vormittags hatten sich die Einhörner im berühmten Bierkönig einen Tisch gebunkert. „Weil wir sonst keinen Platz mehr bekommen hätten“, meinte Malte-Alexander Gercke augenzwinkernd. Die Stimmung beim deutschen Siegtreffer sei natürlich klasse gewesen. Gercke: „Da ist der Bierkönig explodiert!“ Genauso wie die kleine, feine Runde bei den Fußball-Frauen vom SV Steinhorst, die das IK besuchte.

Eine Mischung aus purer Erleichterung und Freude machte sich auch beim Public Viewing in Gifhorn breit, als Kroos den Ball im schwedischen Netz versenkte. Denn zuvor herrschte Pessimismus: „Das wird nichts!“ Karsten Hoffmann, Moderator auf dem Marktplatz, hatte keine Hoffnung mehr. Doch Kroos traf, die Besucher jubelten, der Marktplatz bebte. Das 2:1 der Deutschen Mannschaft forderte auch in der Kreisstadt alles ab, vor allem Nerven. Auch Bürgermeister Matthias Nerlich hatte sich nach dem Rückstand in der Halbzeit-Pause ratlos gezeigt. „Ich weiß auch nicht, die müssen den Ball vorne irgendwie reinstochern“, sagte er auf Anfrage von Hoffmann. Am Samstag kamen aber weniger Fans als beim Auftaktspiel gegen Mexiko. „Das liegt vermutlich am kühlen Wetter“, mutmaßte Jens Brüning, Fachbereichsleiter Jugend der Stadt, verantwortlich für die Organisation. Zudem war gerade Schützenfest in der Kreisstadt.

Zur Pause drohte Jogis Jungs angesichts des 0:1-Rückstands nach einem Kroos-Patzer das historische Vorrunden-Aus bei der Fußball-WM. Ein Blitztor von Marco Reus nach Wiederbeginn brachte die Hoffnung zurück, dennoch musste der Titelverteidiger bis zum dramatischen Schlussakt warten, ehe das Erreichen des Achtelfinals wieder in greifbare Nähe rückte. Sport

Von Ingo Barrenscheen und Burkhard Ohse

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