Kreditinstitute im Landkreis registrieren dafür kaum Online-Kriminalität

Kriminelle Überweisungen: Betrug mit falschen Unterschriften

Mit Überweisungsträgern versuchen Kriminelle vermehrt, an Geld von Bankkunden zu kommen.
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Mit Überweisungsträgern versuchen Kriminelle vermehrt, an Geld von Bankkunden zu kommen.

Isenhagener Land. Online-Betrug – im 21. Jahrhundert leider an der Tagesordnung. Doch Bankkunden sollten auch in der analogen Welt ihre Kontodaten und Abbuchungen sorgfältig im Blick haben, rät der Wittinger Volksbank-Vorstand Markus Creydt.

Nach seiner Beobachtung greift der (versuchte) Betrug mit gefälschten Unterschriften auf Überweisungsträgern um sich.

Die Täter geben dabei die Kontodaten eines unbeteiligten Dritten an und fälschen dessen Unterschrift. Mitunter wird so Geld innerhalb Deutschlands transferiert, oft aber auch direkt ins Ausland überwiesen. Zielländer seien, so Creydt, häufig Bulgarien oder Rumänien.

Oft könne der Betrug aber verhindert werden, sagt Creydt: „Die Mitarbeiter der Volksbank Wittingen-Klötze sind in dieser Hinsicht sensibilisiert und prüfen sehr genau.“ Gerade ein Auslands-Transfer höherer Summen mache hellhörig. Entstehe doch einmal ein Betrugsschaden, springe zur Not eine Versicherung ein.

Dennoch rät Creydt Bankkunden, vorsichtig mit der Preisgabe ihrer Kontodaten zu sein. Ein Problem für Unternehmen und Vereine, denn deren Bankverbindungsdaten sind häufig auf Rechnungen oder anderen Dokumenten angegeben. Offenbar gebe es auch einen organisierten Handel mit solchen Daten.

An der Online-Front sei es dagegen „relativ ruhig“, was Betrugsfälle angehe, sagt Creydt – und seine Amtskollegin Kerstin Andresen von der Volksbank Hankensbüttel-Wahrenholz bestätigt das: In den letzten zwei Jahren habe ihr Institut in dieser Hinsicht keine Fälle registriert.

Auch Andresen kennt derweil die Masche mit den falschen Überweisungen: In einem Fall sollten mal 5000 Euro nach Polen fließen, die Sache wurde rechtzeitig bemerkt. Eine 100-prozentige Sicherheit lasse sich nicht herstellen, aber: „Wir gehen da sehr sorgsam vor und prüfen die Unterschriften.“

Bei der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg ist der Überweisungsträger-Betrug ebenfalls bekannt, aber: „Die Zahl der Schadensfälle ist dramatisch zurückgegangen“, sagt Sprecherin Alexa von der Brelje. Durch die Nachbearbeitung im Haus sei das Netz zur Verhinderung betrügerischer Transfers inzwischen „sehr, sehr dicht“. Gelinge das einmal nicht, dann sei man bestrebt, dass dem Kunden der Schaden ersetzt wird. Für solche Fälle gebe es beispielsweise Versicherungen oder Schadensfonds.

Und wie sieht es beim Online-Banking mit Betrugsfällen aus? „Da passiert viel weniger, als man landläufig annimmt“, sagt von der Brelje. „Da registrieren wir so gut wie keine Schadensfälle.“

Von Holger Boden

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